Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister Rainer! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In Haushaltswochen stellen wir nicht nur Zahlen auf. Wir stellen Weichen für die Zukunft unseres Landes. Ich möchte zu Beginn meiner Kollegin danken, die seit Jahren mit großer Leidenschaft für die sozialdemokratische Handschrift in der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik kämpft und sich mit dafür eingesetzt hat, dass wir im Haushalt 2025 ein starkes Signal für Waldpolitik und den nachhaltigen Rohstoff Holz setzen, unserer Haushälterin für den Einzelplan 10, Esther Dilcher.
So investieren wir 660 000 Euro in Agroforstsysteme und den Kompetenzaufbau. Agroforst bedeutet, Landwirtschaft und Bäume auf einer Fläche zu vereinen. Auf Acker und Grünland wachsen Baumreihen, die CO2 binden, die Artenvielfalt erhöhen und den Ertrag der Landwirtschaft sichern. Das ist nachhaltige Doppelnutzung, die Klima, Natur und Landwirten gleichermaßen zugutekommt.
Dazu starten wir noch in diesem Jahr den Wiedereinstieg in die praxisorientierte Waldforschung. Für 2025 stehen dafür 200 000 Euro bereit, in den kommenden Jahren insgesamt 4,8 Millionen Euro. Waldforschung klingt nüchtern, aber sie ist der Schlüssel, um unsere Wälder zu klimastabilen Mischwäldern umzubauen.
Wir wollen unseren Produzenten Türen öffnen. Deshalb setzen wir das Auslandsmesseprogramm fort, ein zentrales Instrument auch für die Weinbaubetriebe, um kaufkräftige Märkte zu erschließen. Mit unseren Weißweinen und auch alkoholfreien Weinen liegen wir im internationalen Trend. Das spielt insbesondere für die anstehende Exportstrategie eine wichtige Rolle.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Weinsektor steht vor gewaltigen Herausforderungen – der Kollege Steiniger hat es angesprochen –: Steigende Kosten, sinkende Nachfrage und ein sich verschärfender Wettbewerb bringen viele Betriebe an ihre Belastungsgrenze. Es geht hier nicht nur um den Wein im Glas – es geht um die Zukunft ganzer Familienbetriebe, um den Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft, um Wirtschaftskraft und Tourismus im ländlichen Raum und um die Identität ganzer Regionen.
Ich danke unserem Minister Alois Rainer, dass er die Branche ernst nimmt und den Dialog sucht. Gemeinsam mit den Verbänden und dem Deutschen Weininstitut bereiten wir eine Informationsoffensive in Höhe von 1 Million Euro vor, um den deutschen Wein im In- und Ausland zu stärken.
Es geht nicht darum, dass die Menschen mehr Wein trinken, sondern darum, dass sie mehr deutschen Wein im Glas haben. Denn der Marktanteil deutscher Weine liegt in Deutschland aktuell nur noch bei 41 Prozent. Zum Vergleich: In Österreich dagegen stammen rund 90 Prozent der Weine, die getrunken werden, aus dem eigenen Land. Diese Verbundenheit zu regional erzeugten Weinen zeigt, welches Potenzial auch wir in Deutschland heben können.
Dabei besitzt Deutschlands Weinvielfalt höchstes Niveau: vom leichten Weißen über den kräftigen Roten bis hin zu Bio und alkoholfrei. Das zeigen wir aktuell in meinem Wahlkreis Bad Dürkheim an der Weinstraße, wo seit über 600 Jahren mittlerweile an zwei Wochenenden bis zu 600 000 Besucher/-innen das größte Weinfest der Welt feiern, unseren Dürkheimer Wurstmarkt.
Kommen Sie bitte zum Ende.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Situation in den Weinbauregionen ist ernst. Für uns als Koalition ist klar: Wir dürfen keinen –
Frau Kollegin.
– unkontrollierten Strukturbruch zulassen. Politik und Weinbaubranche stehen zusammen für eine gute Zukunft unserer deutschen Weinkultur.
Vielen Dank.
Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen spricht nun die Abgeordnete Dr. Zoe Mayer.