Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Im Koalitionsvertrag heißt es, dass die Regierung die wohnortnahe sogenannte Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen, also mit Tötungen Ungeborener, ermöglichen will. Man fragt sich, wie das betreffende Ministerium dies angehen will.
Hierzu hat kürzlich die SPD-Abgeordnete Carmen Wegge in der Tageszeitung „taz“ gefordert, dass öffentliche und sogar katholische Kliniken zur Durchführung von Abtreibungen verpflichtet werden sollen, wenn sie öffentlich gefördert werden.
Das ist doch ein Eingriff in das Grundrecht auf Gewissensfreiheit der betroffenen Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern. Sie können in solchen Kliniken nicht mehr arbeiten.
Noch weiter geht Heidi Reichinnek, die sogar fordert, dass Abtreibungen zur medizinischen Ausbildung gehören sollten. Dann könnte man überhaupt nicht mehr Arzt oder Hebamme werden, wenn man die Mitwirkung in der Ausbildung daran verweigert.
Liebe Abgeordnete des linken Lagers, geht es Ihnen denn wirklich um die betroffenen Frauen oder nicht vielmehr um Ihre einmal festgelegte Ideologie?
Wenn es Ihnen wirklich um das Wohl der werdenden Mütter ginge, dann sollte es Ihnen nicht gleichgültig sein, dass nach einer neuseeländischen Langzeitstudie von 2006 das Risiko schwerer Depressionen nach Abtreibungen wesentlich erhöht ist.
Demgegenüber ist die ELSA-Studie wissenschaftlich völlig wertlos,
weil die Vorsitzende einer betreffenden Lobbygruppe zur Studienleiterin gemacht wurde.
Nach einer finnischen Studie von 1996 begehen Frauen im Jahr nach einer Abtreibung sogar dreimal so häufig Selbstmord wie die Durchschnittsbevölkerung und sogar sechsmal so häufig wie Frauen im Jahr nach einer Geburt.
Das sollte Ihnen nicht egal sein.
Und wenn Ihnen wirklich etwas am Wohl der ungeplant schwangeren Frauen liegt, dann nehmen Sie mit einer Studie der Universität Mannheim von 2022 zur Kenntnis, dass sich 30 Prozent aller Frauen im Schwangerschaftskonflikt von ihrem Umfeld bzw. dem Mann, der das Kind nicht will, zur Abtreibung gedrängt sehen. Jede Liberalisierung, die Sie anstreben, begünstigt genau die Interessen jener Außenstehenden – so das Fazit dieser Studie –, also meist der Männer.
Wenn Abtreibung ganz normal werden soll, dann wird sich niemand mehr genieren, seine Freundin zur Abtreibung zu drängen.
Dabei ist kaum etwas Schlimmeres vorstellbar, als sein eigenes Kind durch den Druck von außen zu verlieren.
Wir setzen stattdessen auf konkrete Hilfsangebote. Es muss bei der Beratung auch über die Möglichkeit der Adoptionsfreigabe gesprochen werden –