Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister Schneider! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste auf der Besuchertribüne! Ich muss kurz auf die Rede meines Vorgängers eingehen.
Deutschland ist unser Land, wir setzen uns für seinen Erfolg ein. Und ich sage: Vaterlandsliebe wird nicht dadurch zum Ausdruck gebracht, dass man inflationär das Wort „Vaterland“ in den Mund nimmt, sondern dadurch, dass man die Rahmenbedingungen so setzt, dass Deutschland sich entfalten kann. Und dafür treten wir ein!
Meine Damen und Herren, wir sind begeistert von der Wissenschaft, wir sind begeistert vom Fortschritt. Und mit Fortschritt, mit Innovation wollen wir auch den Umweltschutz voranbringen.
Fortschritt ist kein abstraktes Wort. Er lässt sich messen. Die deutsche Papierindustrie benötigte zum Beispiel in den 70er-Jahren noch knapp 50 Liter Frischwasser pro Kilogramm Papier. Heute sind es nur noch 8,7 Liter pro Kilogramm,
über 80 Prozent weniger. Das ist gelebte Effizienz, ermöglicht durch Innovationen und Technologie.
Ein weiteres Beispiel: Ende der 70er-Jahre verbrauchten Neuwagen durchschnittlich fast 10 Liter auf 100 Kilometer. Heute liegen viele Modelle bei rund 6 Litern, moderne Kleinwagen oft unter 4 Litern.
Weniger Verbrauch heißt weniger Kosten für Bürgerinnen und Bürger und zugleich weniger CO2-Emissionen.
Meine Damen und Herren, diese Zahlen belegen: Fortschritt und effektiver Umweltschutz entstehen dort, wo Wissenschaft und Innovation zusammenwirken. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir in Deutschland und Europa an unserer größten Stärke festhalten: an der Freiheit der Wissenschaft, an der Grundlagenforschung, am Vorgehen mit Ideen. Fortschritt und technische Errungenschaften, gepaart mit Umweltbewusstsein, sind unsere Antwort.
Wir dürfen nicht vergessen: Wir reden in Deutschland zwar viel über Ausgaben, über Programme, über Milliardenbeträge, doch wir übersehen oft dabei, was uns entgeht. Nach meiner Einschätzung verlieren wir jedes Jahr mindestens 10 Milliarden Euro, weil wir die Ergebnisse unserer exzellenten Forschung nicht systematisch kommerzialisieren.
Forschungsergebnisse müssen einen Zugang zur Wirtschaft finden; dazu werde ich auch heute Abend im Rahmen meiner Rede zum Haushalt des Forschungsministeriums einige Sätze sagen. Wir bringen herausragende Ideen hervor – in Braunschweig, in Karlsruhe, in Aachen, in Dresden, selbstverständlich auch in Berlin und nahezu überall im Land –, aber zu oft geschieht die Umsetzung im Silicon Valley oder in Shenzhen und nicht hier in Deutschland.
Wir statten auch im Jahre 2026 den Titel „Export grüner und nachhaltiger (Umwelt-)Infrastruktur“ mit 11 Millionen Euro aus. Das Programm ist etabliert, die Finanzierung langfristig gesichert, und es zeigt Wirkung.
Mit der Exportinitiative Umweltschutz unterstützen wir deutsche Green-Tech-Unternehmen beim Schritt auf internationale Märkte. Das gilt für den Mittelstand mit Innovation, Kreislaufwirtschaft und Wassertechnologien ebenso wie für die großen Transformationsprojekte.
Wir geben den notwendigen Anschub, um unsere Technologien international sichtbar zu machen. Die eigentlichen Milliardeninvestitionen leisten die privaten Unternehmen. Genau darin liegt die Stärke unseres Ansatzes. Öffentliche Förderung wirkt als Hebel bei der Erschließung neuer Märkte. Die dauerhafte Transformation tragen Unternehmen und Märkte aus eigener Kraft. Mit und nicht gegen den Markt wollen wir diese Transformation organisieren.
Darüber hinaus unterstützt EXI, also die Exportinitiative Umweltschutz, konkrete Projekte. In Chile wurde ein Green-Tech-Hub aufgebaut, um Recycling- und Abwasserlösungen aus Deutschland zu verankern. In Jordanien läuft das Projekt ForestGuard, das mit deutscher Technologie Wälder nachhaltig überwacht und schützt. Und im Pazifikraum wurden deutsche Lösungen für sauberes Trinkwasser eingeführt. Das alles zeigt: Mit der Exportinitiative machen wir Klimaschutz made in Germany weltweit sichtbar und sichern zugleich Wachstum, Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven bei uns vor Ort.