Vielen Dank. – Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Koller, ich finde, die letzte Bemerkung hätten Sie sich wirklich sparen können.
Wenn Herr Robert Habeck eines geschafft hat, dann ist es, dass er uns durch eine Energiekrise infolge des russischen Angriffskrieges gesteuert hat, die sich gewaschen hat.
Und er hat uns deswegen so gut durch diese Krise gesteuert, weil er eine kluge Politik gemacht hat, die auch darauf reagiert hat, dass Sie vorher wichtige Infrastruktur an Russland verscherbelt haben.
Wir müssten Robert Habeck eigentlich noch einen Preis dafür verleihen, wie er das hingekriegt hat.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn man mit etwas Anstand und Verstand Umweltpolitik macht,
dann weiß man, dass Natur- und Klimaschutz immer nur zusammen funktionieren. Wir brauchen – das gehört zur Wahrheit – den Naturschutz auch für den Klimaschutz. Moore, Meere und Wälder sind nämlich echte Superhelden des Klimaschutzes, weil sie große Mengen an CO2 speichern können.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Wir brauchen den Klimaschutz für den Naturschutz, und dafür brauchen wir die erneuerbaren Energien.
Als Folge der Klimakrise erbleichen schon heute die Korallenriffe und verdorren die Wälder. Deswegen funktioniert Naturschutz immer nur mit Klimaschutz und mit Energiewende, liebe Kolleginnen und Kollegen.
Herr Schneider, ich habe Ihrer Rede aufmerksam zugehört. Ich konnte dem, was Sie sagten, was jetzt passieren muss, auch viel Positives abgewinnen. Aber wenn man eine Zeit lang in der Politik aktiv ist, dann kennt man dieses „Man müsste mal“, „Es müsste jetzt mal einer machen“. Ich stimme Ihnen zu bei all dem, was jetzt passieren müsste. Das Problem ist aber: Sie werden ständig von Ihren Kabinettskollegen sabotiert.
Ich frage mich: Sind Sie nur ein kleiner Fisch im großen Teich? Oder ist es nicht so, dass Frau Reiche, Herr Rainer und Herr Klingbeil ganz bewusst und aktiv Ihre Arbeit sabotieren? Danach sieht es ja aus. Es ist nämlich eine Demontage der Umwelt- und Klimapolitik, was wir da aus den anderen Ressorts beobachten müssen.
Wir sehen Rückschritte beim Klimaschutz, beim Naturschutz, beim Green Deal. Beispielsweise war der Move, Viktor Orbán auf europäischer Ebene ein Veto bei dem Klimaziel 2040 einzuräumen, absolut falsch. Herr Schneider, Sie haben sich dafür eingesetzt, die Umsetzung des europäischen Renaturierungsgesetzes zu verzögern. Auch das ist falsch. Wir brauchen den Schutz und die Heilung unserer Natur auch für unsere Lebensgrundlagen
und unsere Wirtschaft. Denn 70 Prozent der Unternehmen in Europa sind direkt abhängig von Ökosystemleistungen. Die brauchen entlang ihrer Lieferkette gesunde Lebensmittel, die brauchen einen gesunden Wasserhaushalt. Und wir alle, meine Damen und Herren, brauchen die Freiheit, saubere Luft zu atmen und reines Wasser zu trinken. Deswegen brauchen wir eine zügige und fristgemäße Umsetzung des europäischen Renaturierungsgesetzes.
Was wir nicht brauchen, ist ein sogenannter Bauturbo zulasten des Natur- und Artenschutzes. Und was wir auch nicht brauchen, sind weitere Verzögerungen beim Klimageld. Wenn Sie – da stimme ich Ihnen zu – Klimaschutz sozial machen wollen – und das ist unbedingt notwendig –, dann müssen wir aber auch dafür sorgen, dass die Menschen in Deutschland endlich ein Klimageld bekommen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich glaube, gerade in dieser Zeit ist es wichtig, auch positive Bilder zu erzeugen und Mut zu machen. Ich war letztens in meinem Wahlkreis, in Hörstel-Riesenbeck, bei einem Projekt. Da ist eine Ausgleichsfläche gemeinschaftlich von einem Heimatverein, einer Gesamtschule, einem Naturschutzverein und der Kommune wiederhergestellt und renaturiert worden. Sie haben eine Blänke angelegt, Gewässer renaturiert und vorne ein Gemeinschaftsbeet angelegt.
Das ist Gemeinschaft. Ich glaube, auch das kann Naturschutz schaffen: Menschen zusammenbringen, positive Bilder erzeugen, Grünflächen, wo unsere Kinder spielen können, saubere Luft in unseren Städten. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, den Menschen auch Hoffnung zu geben. Umwelt- und Naturschutz kann dazu einen ganz wichtigen Beitrag leisten.
Herzlichen Dank.