Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Der Südsudan ist das jüngste Land in der Weltgemeinschaft. Es ist aber auch nach wie vor eines der ärmsten Länder in der Weltgemeinschaft. Der Südsudan und seine Bevölkerung sind nach wie vor schwer gebeutelt von den Folgen des Bürgerkriegs in den Jahren 2013 bis 2015 und 2016 bis 2018, von Naturkatastrophen, von Dürrekatastrophen, von Überschwemmungen, von einer Cholera-Epidemie mit 49 000 Erkrankten und 900 Toten, von einem Aufflammen der Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und der Opposition, von Korruption, von sexualisierter Gewalt. Das Land leidet unter vielfachen, schwerwiegenden Krisen. Deshalb – das ist meine feste Überzeugung – steht es Deutschland, steht es uns gut zu Gesicht, wenn wir dem Südsudan weiterhin hilfreich zur Seite stehen.
Frau Kollegin Becker, ich kann Ihnen wirklich nur hanebüchene Doppelmoral unterstellen, wenn Sie einerseits sagen, deutsche Soldaten hätten auf dem afrikanischen Kontinent nichts verloren, und andererseits weiterhin humanitäre Hilfe fordern. Das eine bedingt das andere.
Deutschland ist – und darauf können wir schon ein Stück weit stolz sein – nach wie vor einer der größten humanitären Unterstützer des Südsudans.
Allein in diesem Jahr investieren wir 32 Millionen Euro. Die Verlängerung des UNMISS-Einsatzes um ein Jahr – das ist heute interessanterweise noch gar nicht genannt worden – kostet gerade einmal 1 Million Euro. Ich glaube, es ist gut angelegtes Geld, wenn wir mit unseren Soldatinnen und Soldaten – insgesamt umfasst die UNMISS-Mission immerhin 17 000 Soldaten und über 2 100 Polizisten – einen Beitrag dazu leisten, dass die humanitäre Hilfe bei den Menschen ankommt, die sie dringend benötigen.
Vor dem Hintergrund steht es uns gut zu Gesicht und entspricht es auch unserer humanitären Verantwortung
gegenüber der Bevölkerung im Südsudan – 1,8 Millionen Binnenvertriebene im Land, 2,3 Millionen Südsudanesen, die das Land verlassen mussten, 1,1 Millionen Menschen aus dem Sudan, die sich in den Südsudan geflüchtet haben, also eine humanitäre Katastrophe sondergleichen –,
dass wir den Südsudan nicht alleine lassen.
69 Prozent der Bevölkerung, 9,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger im Südsudan, sind tagtäglich von humanitärer Hilfe abhängig. Ihr Überleben ist nur durch die humanitäre Hilfe gesichert. Deshalb kann ich seitens der CDU/CSU-Fraktion nur nachdrücklich dafür plädieren, dass wir heute mit einem klaren Votum für die Verlängerung des UNMISS-Mandates ein entschlossenes Zeichen der Unterstützung unserer Soldatinnen und Soldaten setzen.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.