Zum Inhalt springen
50. Sitzung
Donnerstag, 18. Dezember 202521. Wahlperiode, 50. SitzungAktuelle Stunde
27 VermerkeReaktionswert: sehr hoch1.021 Wörter Im Protokoll lesen
Rednerwechsel

Vielen Dank. – Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Was Sie, Herr Frohnmaier, hier vorhin intoniert haben,

… war die Wahrheit!

war wirklich bodenlos.

Denn Sie wissen nichts – gar nichts! – über die Aufgaben einer möglichen multinationalen Sicherheitstruppe nach einer möglichen Vereinbarung. Sie wissen nichts.

Sie ja auch nicht! Sie wissen noch nicht mal, wie die Sicherheitsgarantien ausgestaltet sind!

– Aber Sie nehmen Worte wie „deutsche Tote“, „deutsche Särge“ in den Mund, um die Menschen da draußen zu verunsichern.

Zurufdes Abg. Steffen Janich [AfD]

Sie wissen nichts – nichts! – über die Bedingungen, und Sie sollten wissen, warum wir noch nichts wissen:

Dann sollten Sie das Parlament informieren!

Klären Sie uns auf!

weil Putin es nicht zulässt, dass ein Waffenstillstand und ein Friede geschlossen werden.

Beifallbei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Nee, weil Sie einfach keine Ahnung haben! Sie wissen nicht mal, wie die Sicherheitsgarantien ausgestaltet werden! Wir haben das Trauerspiel im Ausschuss erlebt!

Das ist nicht nur verantwortungslos; das ist – ich möchte ein Wort im Zusammenhang mit Ihrem Zusammenwirken mit anderen destruktiven Kräften wiederholen –

Sie sind destruktiv! Antideutsch!

aus meiner Sicht wirklich diabolisch.

Sie spielen mit der Angst der Menschen, ohne irgendeinen leisesten Beleg zu haben.

Ihr Bundeskanzler will Truppen in die Ukraine schicken!

Zurufdes Abg. Steffen Janich [AfD]

Was Sie erreichen, ist maximale Destruktion. Und: Bitte unterlassen Sie es, für die deutschen Söhne und Töchter zu sprechen!

Beifallbei der CDU/CSU

Das entscheidet der Wähler! Das entscheidet der Wähler!

Meine Kinder und die von vielen anderen Menschen

Die wollen den Krieg!

wollen von Ihnen nicht für Ihre diabolische Argumentation benutzt werden.

Beifallbei der CDU/CSU und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD

Lassen Sie die Finger von unseren Kindern!

Lachenbei Abgeordneten der AfD

Lassen Sie die Finger von unseren Kindern! Sie wollen die Kinder in den Krieg schicken!

Geschützt werden müssen nicht nur unsere Kinder, sondern auch die Kinder ganz Europas – vor Ihnen und vor Herrn Putin.

Beifallbei der CDU/CSU und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD

Sie wollen die Kinder in den Krieg schicken!

Jetzt aber mal zur Sache.

Ja, endlich zur Sache!

Denn wir sprechen über den Erfolg der Gipfelgespräche von Berlin,

darüber, was hier am Sonntag, am Montag an Diplomatie geleistet wurde.

– Jetzt hören Sie mal zu! Dann können Sie mir nachher sagen, was Sie davon verstanden haben, und dann können wir darüber reden.

Der Erfolg kam nicht von ungefähr; denn die Bundesregierung und der Bundeskanzler haben etwas ganz Wesentliches erreicht, nämlich: Das Vertrauen in Deutschland ist in beeindruckender Weise wiederhergestellt

Zurufdes Abg. Steffen Janich [AfD]

durch die Wiedereinbettung Deutschlands in die Mitte, in das Herz der Europäischen Union und ausgestattet mit belastbaren transatlantischen Verbindungen, die auch Sie bisher nicht haben ruinieren können.

Denn Vertrauen, ein gutes Grundvertrauen in die Redlichkeit, und die Fähigkeit zur Diplomatie sind die absoluten Grundlagen für Verhandlungen, ein Vertrauen, das mit Zuverlässigkeit erarbeitet werden muss.

Sehr zuverlässig, die CDU!

Und wegen dieses Vertrauens darf unser Land eben nie an Leute wie Sie fallen.

– Na ja, also, Sie wollen doch die Kapitulation der Ukraine.

Wir wollen Frieden! Das ist der Unterschied!

Wir wollen Frieden! Sie wollen deutsche Soldaten in der Ukraine!

Wissen Sie was dann folgt? Eine gewaltige Flüchtlingswelle, weil die Menschen nämlich nicht zur russischen Welt gehören wollen, und das brauchen Sie; denn Flüchtlinge sind Ihr Geschäftsmodell.

Sie rechnen damit.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Niklas Wagener [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Zurück zu den Gesprächen in Berlin. Besonders möchte ich hervorheben, dass hier die Spitzen der EU und vieler europäischer Staaten eingebunden waren, insbesondere die von Polen als wichtiger Faktor in Ostmitteleuropa und Anrainer mit einer langen Grenze zur Ukraine. Ich bin aber auch sicher, dass wertvolle Einschätzungen aus anderen mittel- und osteuropäischen Staaten mit in die Beratungen eingeflossen sind. Wir sollten hier stark auf die an der Ostflanke von EU und NATO gelegenen Freunde hören. Damit meine ich vor allem Rumänien, Bulgarien, die Tschechische Republik, die Esten, die Letten, die Litauer, aber auch wichtige Stimmen aus der Slowakei und Ungarn.

Meine Damen und Herren – mit Blick auf die Uhr –, haben Sie gehört, was Putin in seiner Ansprache gestern vor der versammelten Militärschaft im Verteidigungsministerium gesagt hat, wie er uns und die Bemühungen hier betitelt hat? „Europäische Ferkel“, hat er gesagt – „europäische Ferkel“! Das wurde hier zum Teil falsch übersetzt. Er sagte nicht „Schweine“; er sagte „Ferkel“.

Das ist auch nicht viel besser!

Wir hätten vor, Russland unter uns aufzuteilen – das sagt Putin nach einer Woche, in der hier der Boden für Diplomatie und einen anzustrebenden Weihnachtsfrieden bereitet wurde.

Er macht selber noch mal klar, mit wem wir es zu tun haben. Fürchten wir uns nicht vor Putin! Fürchten wir uns nur vor denen, die unsere eigene Kraft kaputtmachen!

Und vor der CDU!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Beifallbei der CDU/CSU, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Für die AfD-Fraktion darf ich Dr. Daniel Zerbin das Wort erteilen.

Beifallbei der AfD