Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Neunte Altersbericht der Bundesregierung mit dem Titel „Altwerden in Deutschland – Vielfalt der Potenziale und Ungleichheit der Teilhabechancen“ macht eines sehr deutlich: Ältere Menschen sind keine homogene Gruppe; ihre Lebenslagen, Chancen und Risiken unterscheiden sich deutlich.
Unsere Gesellschaft altert; aber sie altert sehr unterschiedlich: Es gibt aktive, gesunde, hochengagierte Seniorinnen und Senioren, und es gibt Menschen, die von Armut, Krankheit, Einsamkeit oder mangelnder Infrastruktur betroffen sind.
Wir als Union sagen: Ältere Menschen sind mit ihrer Lebensleistung, ihrer Erfahrung und ihrem Engagement eine tragende Säule unseres Gemeinwesens.
Wenn wir ihre Teilhabe sichern, stärken wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt für alle Generationen.
Die Altersberichte erscheinen seit 1993 in jeder Legislaturperiode. Sie werden jeweils von einer unabhängigen Sachverständigenkommission erarbeitet, die ihre Analysen und Handlungsempfehlungen auf Basis empirischer Forschung entwickelt. Auf diese Weise schaffen die Berichte eine wichtige Verbindung zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und politischer Entscheidungsfindung und helfen uns damit, politische Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln.
Die Empfehlungen der Altersberichte haben immer wieder wichtige Debatten vorangetrieben, Reformen vorbereitet und auch konkrete politische Maßnahmen angestoßen. Ein Beispiel hierfür ist der DigitalPakt Alter, der aus dem Achten Altersbericht hervorgegangen ist und den wir gerade bis Ende 2029 verlängert haben. Die Altersberichte wirken also langfristig, und genau darin liegt ihre Stärke.
Im Mittelpunkt des Neunten Altersberichts steht, welche Veränderungen notwendig sind, um gesellschaftliche Teilhabe im Alter zu stärken. Dabei richtet er sich nicht nur an den Bund, sondern ebenso an Länder, Kommunen und die Zivilgesellschaft. Das macht deutlich: Politik für ältere Menschen ist ein echtes Querschnittsthema.
Ein Teilbereich des Neunten Berichts ist die kommunale Altenhilfe, verbunden mit der Empfehlung, deren Strukturen zu stärken. Die Altenhilfe unterstützt ältere Menschen dabei, selbstständig zu leben, und fördert ihre gesellschaftliche Teilhabe. Während es vielerorts innovative Angebote gibt, besteht in anderen Regionen noch Ausbaubedarf. Deshalb läuft derzeit gemeinsam mit dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge eine bundesweite Erhebung zur Altenhilfe.
Der Neunte Altersbericht macht deutlich, dass gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen eine zentrale Zukunftsaufgabe ist. Man könnte auch sagen: Teilhabe ist kein Geschenk, Teilhabe ist ein Anspruch.
Ich bedanke mich abschließend herzlich für die ehrenamtliche Arbeit der Sachverständigenkommission und freue mich schon auf den Zehnten Altersbericht zum Thema „Bildung und Lernen im Alter“.
Herzlichen Dank.