Der Altersbericht zeigt eindrücklich, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten im Alter sind. Es gibt viele Menschen, die bleiben aktiv, sind engagiert im Ehrenamt. Andere sind früh auf Unterstützung angewiesen und erleben den Verlust von Selbstständigkeit. Diese Unterschiede dürfen wir nicht nur beschreiben. Nein, wir müssen sie vielmehr auch politisch beantworten und die unterschiedlichen Bedürfnisse stärker in den Blick nehmen. Die Teilhabechancen sind noch immer sozial ungleich verteilt. Das, liebe Kolleginnen und Kollegen, kann nicht unser Anspruch sein.
Dabei möchten viele ältere Menschen so lange wie möglich selbstständig bleiben und in ihrem vertrauten Umfeld leben. Das gelingt aber nur, wenn ausreichend altersgerechter Wohnraum, verlässliche Infrastrukturen und funktionierende Nachbarschaften vorhanden sind. Das geht jeden von uns an, und jeder von uns ist da gefragt.
Gleichzeitig dürfen wir die Einsamkeit im Alter nicht länger als ein Randthema behandeln. Denn wer sozial isoliert ist, verliert Lebensqualität, Gesundheit und auch Teilhabechancen. Nicht selten geht das Ganze mit erheblichen gesundheitlichen und seelischen Belastungen einher, die im schlimmsten Fall bis zu Suizidgedanken oder auch bis zu Suiziden führen können. Hier braucht es verbesserte Angebote vor Ort und eine Stärkung sozialer Netzwerke.
Wenn das Alter der Menschen zunimmt, wächst selbstredend auch der Unterstützungsbedarf. Dabei ist die Pflege schon heute eine der ganz großen sozialen Herausforderungen in unserem Land. Vor allem die pflegenden Angehörigen leisten Enormes und stoßen zudem häufig an ihre persönlichen Grenzen. Was brauchen sie? Sie brauchen unsere Unterstützung und auch eine verbesserte Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.
Der Altersbericht macht eines deutlich: Eine gute Politik für lebenserfahrene Menschen fördert Selbstbestimmung, Teilhabe und Würde im Alltag. Daran müssen wir alle gemeinsam uns messen lassen.
Vielen herzlichen Dank.