Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zwei Freunde von mir, Mario und Sabine, haben letzten Monat ihr schwerbehindertes Kind zu Grabe getragen. Für mich sind Mario und Sabine Helden unserer Gesellschaft. Vor Menschen, die ein schwerbehindertes Kind bekommen und sich aufopferungsvoll darum kümmern, habe ich höchsten Respekt. Denn zur Realität gehört, dass sich laut Schätzungen neun von zehn Eltern bei Trisomie 21 für eine Abtreibung entscheiden. Und der Gesetzgeber unterstützt das; denn eine Abtreibung bei Trisomie ist in Deutschland straffrei, selbst wenn sie deutlich nach der zwölften Schwangerschaftswoche stattfindet.
Sie kritisieren mit diesem Antrag einen beliebten Frühtest auf Trisomie, der für Mutter und Kind mit keinem Risiko verbunden ist. Vor zwei Jahren wurde in einer öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestag deutlich, warum Sie diesen Test bekämpfen: Es ist für Sie eine Diskriminierung von Behinderten, wenn Eltern aufgrund einer Schwerbehinderung des Kindes dieses abtreiben. Ich halte es da eher mit Hans Scholl von der Weißen Rose, der uns mit seinen letzten Worten „Es lebe die Freiheit!“ einen klaren politischen Auftrag diktiert hat. Denn zur Freiheit gehören auch Selbstbestimmung und Informationsfreiheit. Eltern haben jedes Recht der Welt, sich auf das Kind vorzubereiten, und dazu gehört, dass Eltern alle Informationen bekommen können, insbesondere wenn wie bei diesem Test die Informationsgewinnung mit keinem Risiko für Mutter oder Kind verbunden ist.
Wer als Staat Pränataltests erschweren oder gar verbieten will, der lebt die Denkweise autoritärer Staaten wie China. Da sind sogar Tests zur Bestimmung des Geschlechts des Kindes verboten.
Ich will da nicht hin. Ich will in einer aufgeklärten Gesellschaft leben, in einer freiheitlichen Gesellschaft, in der die Eltern frei entscheiden, welche Informationen sie bekommen wollen.
Sie selbst schreiben in Ihrem Antrag – Zitat –:
„Erste Beobachtungen zeigen, dass es momentan zu einer Zunahme von Spätabbrüchen kommt, da (andere) Auffälligkeiten deutlich später in der Schwangerschaft detektiert werden. Spätabbrüche werden zumeist von Schwangeren und ihren Angehörigen als sehr belastend erlebt.“
Richtig, genau so ist es. Und das ist das beste Argument dafür, dass dieser nichtinvasive Test auch künftig auf Kosten der Krankenkassen allen Eltern angeboten wird. Denn er verhindert Spätabbrüche, indem Eltern frühzeitig einen Hinweis auf eine schwere Behinderung bekommen und früh in der Schwangerschaft eine selbstbestimmte Entscheidung treffen können.
Der Test ist sehr beliebt bei Eltern. Die Hälfte aller Schwangeren machte 2024 den Test. Sie schreiben dazu – Zitat –:
„Die Inanspruchnahmeraten variieren erheblich nach Alter – von etwa 25 Prozent bei unter 26-Jährigen bis zu 75 Prozent bei über 40-Jährigen.“
Richtig. Je älter Mütter sind, umso höher ist die Gefahr einer Behinderung des Kindes.
Wir von der AfD sind uns einig, dass wir die Zahl der Abtreibungen behinderter Kinder deutlich verringern wollen. Im Gegensatz zu Ihnen wollen wir weder pränatale Tests verbieten noch dafür sorgen, dass sie sich nur noch reiche Leute leisten können. Wir wollen das Gesellschaftsbild ändern. Wir wollen eine Gesellschaft voller junger, glücklicher Mütter statt voller frustrierter alter „Omas gegen Rechts“.
Die meisten sind ja nicht mal Omas, sondern kinder- und partnerlos. Sie sind wütend, weil ihnen eine starke Schulter zum Anlehnen fehlt und kein Partner mit ihnen abends ins Bett geht.
Das Gift in unserer Gesellschaft, das auch zu immer mehr Abtreibungen von behinderten Kindern geführt hat, heißt Feminismus.
Feminismus hat Frauen vermännlicht und Männer verweiblicht. Feminismus hat dazu geführt, dass Frauen immer später Kinder bekommen. Jungen Frauen wird eingeredet, sie sollen Karriere machen und sich sexuell ausleben, anstatt sich früh an einen Partner zu binden und Kinder zu bekommen.
Dabei ist es ein Segen, jung den passenden Partner zu finden und Mutter zu werden.
Mit steigendem Alter der Mutter – das zeigt ja auch dieser Antrag deutlich – steigt nicht nur die Chance auf Unfruchtbarkeit, sondern auch auf eine Behinderung des Kindes. Wir sollten das jungen Frauen offen kommunizieren, damit sie die Wahrheit kennen und eine bewusste Entscheidung treffen können.
Der Feminismus hingegen befiehlt jungen Frauen, sich auszuleben und Karriere zu machen.
Klar, es ist vollkommen in Ordnung, Karriere zu machen oder sich auszuleben.
Aber wir müssen ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem es genauso honoriert wird, wenn sich eine junge Frau dafür entscheidet, Mutter und Hausfrau zu werden.
Man muss jungen Frauen sagen: Wenn ihr glückliche Mütter sein wollt, dann vergesst OnlyFans, dann vergesst die Karriere.
Dann nutzt eure Jugend sinnvoll, um den richtigen Partner zu finden und mit diesem Kinder in die Welt zu setzen.
Das wäre die beste Politik, um eine Gesellschaft zu schaffen, in der es viele gesunde und glückliche Kinder in intakten Familien gibt.
Und da wollen wir hin.
Vielen Dank.