Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Klimaschutz steht heute auf der Agenda, und wir reden gerne auch Freitag Mittag mit Ihnen über dieses Thema. Der Grund dafür ist – Sie haben es bereits angesprochen – das Klimaschutzprogramm 2026, welches diese Woche vorgestellt worden ist, ein Programm, das uns hier in Deutschland den Weg ebnen soll, die Klimaschutzziele zu erreichen.
Die aktuellen Treibhausgasdaten zeigen, dass wir die Emissionen in Deutschland seit 1990 um 48 Prozent reduziert haben, mit zeitgleich steigender Wirtschaftsleistung. Und das ist doch eigentlich ein Erfolgsrezept, wenn wir das Klima schützen und zeitgleich die Wirtschaftsleistung steigt.
Und es zeigt uns vor allem doch auch, dass wir Klimaschutz und Wirtschaft nicht gegeneinander ausspielen dürfen, sondern Hand in Hand gemeinsam beide Bereiche bearbeiten sollten und auch gemeinsam denken müssen. Das macht auch diese Bundesregierung.
Das Klimaschutzprogramm weist eine ganz bunte Mischung an Maßnahmen und Lösungen auf, die uns dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. Auf einen Sektor möchte ich ganz besonders eingehen: Das ist unsere Landwirtschaft. Sie dient unserer Ernährungssicherheit, und wir alle profitieren jeden Tag davon. Selbstverständlich muss auch diese Branche ihren Beitrag leisten, die Emissionen zu senken, und seit 1990 sind auch bereits die Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft um circa 30 Prozent gesunken. Laut dem aktuellen Projektionsbericht des Umweltbundesamtes vom 14. März dieses Jahres hält auch der Sektor Landwirtschaft mit den bisher beschlossenen Maßnahmen seine Klimaziele für 2030 ein.
Welche Maßnahmen schauen wir uns da genau an, die die Vielfalt der Landwirtschaft mit einschließen? Es geht um Investitionsförderungen beim Wirtschaftsdüngermanagement, und auch gerade in den letzten Wochen haben wir ja wieder viel über das Thema Dünger und auch die Notwendigkeit des Düngens für unsere Pflanzen gesprochen. Die aktuellen Krisen zeigen uns auch, wie wichtig es ist, das heimische Potenzial zu nutzen. Wir reden von Investitionsförderungen für alternative Antriebe bei landwirtschaftlichen Maschinen, und wir sind bei landwirtschaftlichen Maschinen hier in Deutschland in der Entwicklung auch Spitzenreiter. Das ist eine Chance für diese Branche.
Wir reden aber auch über die Stärkung des heimischen Anbaus von Eiweißpflanzen und der Förderung von alternativen Proteinquellen. Es ist ebenfalls ein wichtiges Instrument für die Diversifizierung unserer Fruchtfolgen und auch ein großes Potenzial für die Vielfalt auf unserem Teller, wenn wir auch hier die heimische Produktion ankurbeln können. Und natürlich geht es auch um den Ausbau der Forschungsprogramme zur Methanmessung und Optimierung der Fütterung der Rinder für unsere Rinderhalter. Wichtig ist nämlich das ganze Thema Tierhaltung mit Blick auf die Landwirtschaft, um auch hier unsere tierhaltenden Betriebe mitzunehmen und mitzudenken. Denn das Klimaschutzprogramm erklärt richtigerweise, dass viele der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft prozessbedingt und daher nicht vollständig vermeidbar sind. Dies anzuerkennen, ist unglaublich wichtig für die Tierhaltung und für deren Perspektive.
Neben diesen konkreten Maßnahmen, meine Damen und Herren, geht es auch um andere wichtige Faktoren wie die Aktivität unserer Wälder und auch das Potenzial, das wir da noch haben, genauso wie bei unseren Mooren. Und bei all diesen Maßnahmen, bei all diesen Diskussionen ist es so unglaublich wichtig, unsere Landwirte mitzunehmen, unsere Förster mitzunehmen, die Bürger mitzunehmen, sie als Verbündete zu sehen –
vor allem deswegen, weil sie ja daran schon arbeiten, weil sie die Herausforderungen vor Ort bei sich spüren – und die Arbeit, die sie vor Ort machen, und das Mitdenken ernst zu nehmen und sie in diesen Prozess mit einzubinden.
Sehr geehrte Damen und Herren, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie dankbar ich für die Ausführungen unseres Ministers war, der gesagt hat, wie wichtig ihm bei diesem Prozess ist, nicht zu polarisieren und die Debatte nicht unnötig aufheizen zu lassen; denn wir haben bei einem so wichtigen Thema Stück für Stück die gesellschaftliche Akzeptanz leider verloren.
Und es ist doch so wichtig, unsere Heimat zu schützen. Häufig sorgt es bei mir daheim leider Gottes für Augenrollen und auch für Unverständnis. Doch wir wollen doch alle unsere Heimat schützen – auch bei mir in Sachsen-Anhalt –, und zwar mit der Bevölkerung und mit der Akzeptanz vor Ort.
Statt jetzt über einzelne Punkte und die Vor- und Nachteile zu diskutieren, wünsche ich mir, dass wir zügig an die Umsetzung gehen, zügig forschen, zügig Möglichkeiten schaffen, um gemeinsam unsere Ziele zu erreichen.
Herzlichen Dank.