Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Bundesregierung macht nun leider Ernst mit dem Wasserstoffquatsch. Wasserstoff ist etwa dreimal so teuer wie Erdgas, bei nur etwa 20 Prozent Nutzungsgrad in der Prozesskette. Die Nutzung von Wasserstoff zur Energiegewinnung gibt es mit der Brennstoffzelle schon seit 180 Jahren, und seit 180 Jahren hat sich Wasserstoff als Energieträger nicht durchgesetzt. Wenn Sie Wasserstoff als Energieträger nutzen wollen, ist das in etwa so sinnvoll, als würden Sie Ananas in der Arktis anbauen wollen. Das können Sie machen; aber das ist grober Unfug, meine Damen und Herren.
Die Wirtschaft wird staatlich beeinflusst, um diesen Wasserstoffquatsch mitzumachen; doch trotz aller Subventionen oder zweifelhaften Machbarkeitsstudien werden die meisten Projekte auf Eis gelegt oder ganz abgesagt.
Die geplante Wasserstoffleitung aus Norwegen kommt nicht, weil es keine Abnehmer gibt.
Die Gascade-Pipeline nach Lubmin mit Kosten in Höhe von 430 Millionen Euro ist fertig, hat aber keine Kunden.
ArcelorMittal hat die geplante wasserstoffbasierte Stahlproduktion trotz 1,3 Milliarden Euro an Fördermitteln gestoppt. Die Gründe: hohe Energiekosten, fehlende Wirtschaftlichkeit.
Die LEAG hat ihr Wasserstoffprojekt in der Lausitz ausgesetzt, eben auch wegen fehlender Wirtschaftlichkeit.
Das Elektrolysegroßprojekt von HH2E in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern wurde nach der Insolvenz gestoppt.
Das Elektrolyseprojekt HydroHub Fenne im Saarland wurde auf Eis gelegt wegen fehlender Nachfrage.
Das RWE-Projekt Saarlouis ist gestoppt worden wegen fehlender Wirtschaftlichkeit.
Die geplante Elektrolyseanlage von Lhyfe, ebenfalls im Saarland, ist aufgegeben worden wegen fehlenden Abnehmern.
Das Projekt Burn4H2 des Gasheizkraftwerkes Leipzig Süd ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden wegen fehlender Förderung, also wegen fehlender Wirtschaftlichkeit.
Das H2Excellence-Projekt verzögert sich, hat keine Kunden.
Das High-Performer-Projekt in Leuna verzögert sich wegen Kostensteigerungen und Marktunsicherheiten.
Das Hyphen-Wasserstoffprojekt in Lüderitz, Namibia, verzögert sich deutlich wegen unsicherer Nachfrage und hohen Kosten.
H2Global, ein Projekt zum Import von grünem Wasserstoff, verzögert sich wegen hoher Preise und fehlenden Angebotsmengen.
Das Important-Projects-of-Common-European-Interest-Wasserstoffprojekt verzögert sich wegen fehlender Wirtschaftlichkeit.
Das Wasserstoff- und Ammoniakprojekt am Suezkanal verzögert sich wegen unsicherer Nachfrage.
NEOM Green Hydrogen Company in Saudi-Arabien mit Beteiligung von ThyssenKrupp stockt wegen fehlenden Abnehmern.
Und diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen, meine Damen und Herren.
Bei der Vielzahl der Pleiten in diesem neuen Marktsegment kann man also nicht mehr von einem tragfähigen Markt sprechen. Die Vielzahl der gescheiterten Projekte trotz politischer Unterstützung und einer horrenden Zahl von Subventionseuros zeigt eindeutig, dass Wasserstoff nicht marktwirtschaftlich und damit nicht lebensfähig ist.
Bei nüchterner Betrachtung müsste also das Finanzamt Wasserstoffprojekte als Liebhaberei einstufen. Sie taugen nicht zur marktwirtschaftlichen Energieversorgung, und deshalb müssen wir diesen Wasserstoffquatsch sofort beenden.
Vielen Dank.