Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Staatsministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor Kurzem war der 1. Mai, Tag der Arbeit. „Raus auf die Straße für Arbeitnehmer/-innenrechte“ hieß es allerorts. Aber leider gibt es immer wieder sehr viele relevante Gruppen, die nicht gesehen werden, unter anderem eben unsere Athletinnen und Athleten.
Der Antrag der Linken spricht heute dieses wichtige Thema an, und auch ich will ausdrücklich dafür danken, dass wir heute über Athletinnen- und Athletenrechte und ihre finanzielle Ausstattung sprechen können. Denn im Kern geht es doch um eine ganz einfache Frage: Wie gehen wir mit den Menschen um, die im Spitzensport Höchstleistungen bringen und unser Land international vertreten?
Viele Bundeskaderathletinnen und -kaderathleten stehen unter massivem Druck. Sie liefern ab, leben aber gleichzeitig mit finanzieller Unsicherheit, lückenhafter sozialer Absicherung und unklaren Perspektiven für die Zeit nach dem Sport. Das ist kein individuelles Problem; das ist auch eine politische Frage von Fairness, Verlässlichkeit und Verantwortung.
Nein, die allerwenigsten unserer Spitzensportlerinnen und -sportler, unseres Leistungssportpersonals haben Millionen auf dem Konto, leben sorgenfrei und wissen auch, was nach dem Sport kommt. Nein! Und deswegen teilen wir ausdrücklich das Ziel, Spitzensportlerinnen und -sportler besser abzusichern. Wer volle Leistung erwartet, darf die sozialen Risiken nicht einfach privatisieren.
Und trotzdem bleiben wir bei unserer Enthaltung. Nicht weil das Anliegen falsch wäre – im Gegenteil –, sondern weil der Antrag in seiner konkreten Konstruktion nicht vollständig überzeugt. Er handelt ein komplexes Problem an mehreren Stellen zu einheitlich ab. Aber die Lebensrealitäten im Spitzensport sind eben nicht für alle gleich. Unterschiedliche Kader, unterschiedliche Biografien, unterschiedliche Übergänge in Ausbildung, Studium, Beruf oder in die Zeit nach dem Leistungssport brauchen passgenaue Lösungen. Und genau hier liegt für uns der Knackpunkt. Wir brauchen eine Absicherung, die trägt, die im Alltag funktioniert und die den unterschiedlichen Bedarfen gerecht wird und auf einer stabilen Finanzierung steht, die festgeschrieben ist.
Und da kommt jetzt die Koalition ins Spiel. Wir haben es gerade schon gehört: Sie haben die Möglichkeit, ein Sportfördergesetz vorzulegen, das Athletinnen und Athleten, das gesamte Leistungssportpersonal anständig fördert, Sicherheit gibt und die Möglichkeit, sich auf diesen anstrengenden 24/7-Job als Athletin und Athlet, Trainer, Betreuerin wirklich zu konzentrieren.
Unser Maßstab ist deswegen klar: mehr Verlässlichkeit, mehr soziale Sicherheit, bessere Perspektiven und eine Förderung, die Leistung ermöglicht, ohne Menschen dabei ins Risiko fallen zu lassen. Wir helfen gerne mit. Sie haben meine Telefonnummer. Rufen Sie an! Ich helfe gern.
Danke.