Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Ministerin! Am Samstag feiern wir den Tag der Städtebauförderung unter dem Motto „Lebendige Orte, starke Gemeinschaften“. Als ehemaliger Bürgermeister einer kleinen Gemeinde mit gut 2 000 Einwohnern konnten auch wir Nutznießer dieser Städtebauförderung sein. Wir konnten den Ortskern weiterentwickeln. Wir haben eine denkmalgeschützte Gaststätte kaufen können, haben daraus ein Rathaus entwickelt und konnten mit der Städtebauförderung einen Bürgersaal und den Ortskern sanieren. Das trägt natürlich wesentlich zur Lebensqualität vor Ort bei.
Die Städtebauförderung ist ein wichtiges und gutes Förderprogramm zur Stadtentwicklung. Seit 55 Jahren wird sie schon umgesetzt. Das ist eine Erfolgsgeschichte. Wenn wir schauen: 12 500 Maßnahmen in 4 000 Kommunen wurden seither abgewickelt. Der Bund stellte in dieser Zeit fast 24 Milliarden Euro Fördermittel bereit; Länder und Kommunen gaben ungefähr das Gleiche noch mal dazu.
Jeder Euro, der durch diese Förderung investiert wird, löst – wir haben es vorhin gehört – Investitionen von 7 Euro aus. Das bedeutet also auch eine Stärkung der Kommune vor Ort, des Handwerks vor Ort, und das ist wichtig. Es ist wichtig, dass die Kommunen selbst entscheiden können, wie sie sich entwickeln. Die Städtebauförderung ist also regionaler Konjunkturmotor par excellence. Mehr als 70 Prozent dieser Mittel fließen direkt in das lokale Handwerk, in die regionalen Planungsbüros und in mittelständische Betriebe vor Ort. Städtebauförderung bedeutet also: Wir entwickeln Städte und Kommunen, auch der kleineren Gemeinden, wir stärken den Mittelstand – das ist das wirtschaftliche Herz unserer Region –, und wir sichern Arbeitsplätze direkt vor der Haustür.
Meine Damen und Herren, die Geschichte der Städtebauförderung ist dabei auch die Geschichte sich wandelnder Herausforderungen. Die Städtebauförderung wurde über die Jahre angepasst, und auch wir von der Koalition passen sie wieder an. Mein Dank geht an den Koalitionspartner und an unsere Frau Ministerin, dass wir sie entsprechend weiterentwickeln und dass wir die Mittel aufstocken.
Seit 2020 haben wir drei Schwerpunkte: lebendige Zentren, sozialer Zusammenhalt sowie Wachstum und nachhaltige Erneuerung. Wir haben, wie gesagt, eine dynamische Entwicklung. Jetzt geht es auch um Resilienz und die Folgen des Klimawandels. Da sind wir gut aufgestellt mit unserer Städtebauförderung, um unsere Kommunen entsprechend zu unterstützen.
Auch die Sportmilliarde sorgt dafür, die Kommunen zu entlasten.
Es hilft nichts, wenn man die Finanzlage der Kommunen anmahnt und dann, wie die AfD, die Haupteinnahmequelle, die Grundsteuer, streichen will, meine Damen und Herren. Das ist der falsche Weg.
Aber es ist richtig, was Sie angesprochen haben. Die Finanzlage in den Kommunen macht es natürlich schwierig, den Eigenanteil, der momentan gefordert wird, aufzubringen und dann die Mittel für den Städtebau abzurufen. Deshalb prüfen wir – und es ist richtig, dass geprüft wird –, wie Kommunen mit finanziellem Engpass entlastet werden können. Es ist auch zu prüfen, ob Mittel Dritter zulässig sind, um die Finanzlage zu überbrücken.
Wir sind fest davon überzeugt, dass die Städtebauförderung das richtige Mittel ist, um unsere Kommunen auch in schwierigen Zeiten zu unterstützen und weiterzuentwickeln, zusammen mit den Gemeinderäten, Stadträten, Bürgermeistern, aber auch mit den Bürgern vor Ort. Deshalb bitte ich Sie, dem Antrag, den wir zugunsten der Kommunen und der Bürger vor Ort gestellt haben, zuzustimmen.
Herzlichen Dank.