Man stellt fest, dass wir da wieder einen wunden Punkt getroffen haben. Sie stehen ja nicht mal mehr zu Ihrem eigenen Wahlprogramm! Da steht ganz klar drin: Sie wollen die Schulpflicht abschaffen. Sie wollen sie durch eine Bildungspflicht ersetzen. Und eine Bildungspflicht ist allgemein definiert als: Man kommt alle paar Monate mal in die Schule, und dann wird geschaut. Da steht nicht in Ihrem Wahlprogramm, dass Sie das nur für Lehrer wollen.
Sehr geehrter Herr Reichardt, ich bin Lehrer. Ich würde mir das nicht zutrauen, alle Fächer zu unterrichten; das schaffe ich nicht.
– Frau von Storch, vielleicht schaffen Sie das. Aber ich kenne keinen Kollegen, der jedes Fach unterrichten kann. Und was passiert dann? Das Bildungsniveau sinkt. Ich sage Ihnen auch: Lehrerinnen und Lehrer sind diejenigen, die wissen, wie wichtig es ist, ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Deswegen haben Sie gerade noch mal gezeigt, dass Ihr Konzept null durchdacht ist und dass Sie sich eigentlich nur bei Leuten anbiedern wollen, von denen Sie sich noch ein paar Stimmen erhoffen. Leider Gottes gibt es tatsächlich eine kleine Gruppe von Menschen – das habe ich, Frau von Storch, schon gesagt –, mit der wir ein zunehmendes Problem haben, gerade in Ostdeutschland. Das sind nämlich die sogenannten Reichsbürger, die sagen: Wir lehnen diesen Staat ab, und deswegen wollen wir unsere Kinder nicht in die Schule schicken.
Für die haben Sie das in Ihr Programm geschrieben, und das enttarnt Sie.