Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Ja, wir als Alternative für Deutschland sind daran interessiert, dass Forschung und Lehre verbessert, dass junge Wissenschaftler gefördert werden. Was Grüne und Linke im vorliegenden Antrag zu Arbeitsverträgen fordern, ist aber ein „Wünsch dir was“-Luftschloss: Langzeitbeschäftigung für Studenten, Sechsjahresverträge für Doktoranden und Dauerstellen für fast jeden. All die neuen Stellen, die Förderprogramme, die Bürokratie müssen aber finanziert werden, und am Ende muss wieder der Steuerzahler blechen. Das lehnen wir entschieden ab!
Johann Wolfgang von Goethe würde Ihnen, werte Links-Grüne, zurufen: Sie sind ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft.
Denn Ihr Maßnahmenpaket erfordert nicht nur zusätzliche Steuern, sondern treibt uns auch in den Schuldenhaushalt. Die junge Generation wird dann allein durch die Zinsen dieser Schulden erdrückt werden. Das wäre fatal, meine Damen und Herren.
Robert Habeck schrieb einst: „Vaterlandsliebe […] fand ich stets zum Kotzen“. Vielleicht erklärt das ja, warum die Grünen so wenig Vertrauen in die erfolgreiche deutsche Wissenschaftsstruktur haben und stattdessen unpassende Organisationsformen aus dem Ausland importieren wollen.
Deutschland muss sich aber wissenschaftlich gar nicht verstecken, Frau Asar. Von Leibniz und Humboldt über Röntgen, Koch und Planck bis hin zu Heisenberg und Otto Hahn haben deutsche Forscher Geschichte geschrieben – nicht weil Deutschland jedem internationalen Trend hinterherlief, sondern weil Forschung hier auf Freiheit, auf Leistung und auf bewährter Struktur beruht. Unzählige Nobelpreise belegen diese Erfolgsgeschichte, meine Damen und Herren.
Genau diese Struktur wollen die Grünen durch systemfremde Departments – wir haben es gerade gehört – aus Amerika ersetzen. Hier werden Fördergelder mit der Gießkanne verschleudert, ohne Respekt vor der Autonomie der Hochschulen. Doch damit nicht genug: Obwohl ohnehin bald 18 000 Professuren neu besetzt werden sollen, fordern die Grünen noch mal 1 000 neue Stellen. Was für ein Wahnsinn, meine Damen und Herren!
Dabei ist die Zahl der Professuren in den letzten drei Jahrzehnten bereits um 65 Prozent angestiegen und jetzt bei sage und schreibe 52 000 angekommen. Trotzdem wollen die Links-Grünen hier weitere Dauerstellen obendrauf, und zwar ohne solide Gegenfinanzierung. Das ist keine Förderung der Wissenschaft, sondern der Ausbau eines Beamten- und Behördenstaates, dessen Zeche wieder einmal der kleine Bürger zahlen muss. Nicht mit uns, meine Damen und Herren!
Besonders deutlich wird Ihre krude Prioritätensetzung beim 1000-Köpfe-Plus-Programm. Während deutsche Nachwuchswissenschaftler um verlässliche Karrierewege kämpfen müssen, wollen Sie als Links-Grüne zusätzliche Forscher aus dem Ausland importieren und ihnen sofort unbefristete Perspektiven eröffnen. Unsere Verantwortung muss jedoch zuallererst den eigenen Leuten gelten. Ihnen müssen wir eine attraktive Zukunft bieten, meine Damen und Herren.
Wir als Alternative für Deutschland wollen für die Wissenschaft keine grünen Luftschlösser auf Pump, sondern finanzielle Vernunft, Exzellenz und Freiheit.
Danke schön.