Liebe Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Kulturelle Bildung endet nicht an unseren Landesgrenzen. Sie lebt ja gerade vom internationalen Austausch, von Begegnungen und von jungen Menschen, die Brücken bauen zwischen Gesellschaften. Und genau dafür gibt es seit mehr als 15 Jahren „kulturweit“. Das Programm ermöglicht jungen Menschen, internationale Freiwilligendienste zu leisten: an Goethe-Instituten, an deutschen Auslandsschulen, an UNESCO-Projekten weltweit. Gleichzeitig bringt es junge Menschen aus aller Welt zu uns nach Deutschland. Viele Tausende haben so internationale Erfahrungen gesammelt und konkret zu kultureller Verständigung beigetragen. Umso unverständlicher ist es, dass dieses bewährte und erfolgreiche Angebot jetzt ersatzlos gestrichen werden soll.
Ich sage: Wer heute bei „kulturweit“ kürzt, der spart nicht nur an einem Programm, er spart an internationaler Verständigung, an kulturellem Austausch, vor allem aber spart er an jungen Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, und das obwohl das Auswärtige Amt selbst dem Programm bescheinigt, dass es – ich zitiere – „in der Qualität seiner Arbeit Maßstäbe setzt und über einen hervorragenden Ruf verfügt“. Zitat Ende.
Es geht um 5 Millionen Euro; das ist ein vergleichsweise niedriger Betrag im Haushalt des Auswärtigen Amts. Der politische Schaden aber ist um ein Vielfaches größer. Denn was ist das denn für ein Signal an die jungen Menschen? KulturPass – weg, „kulturweit“ – weg, für den Wehrdienst werden sie allerdings gebraucht.
Und deshalb: Nehmen Sie die Entscheidung zurück! Sichern Sie „kulturweit“, und zeigen Sie bitte, dass Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik mehr ist als ein Sparposten. Sie ist eine Investition in Frieden, in Verständigung und in die Zukunft unseres Landes.