Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste auf der Besuchertribüne! Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement tragen wesentlich zum sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft bei und haben eine lange Tradition, egal ob Landjugend, Sportvereine, Musikgruppen, Landfrauen, soziale Einrichtungen oder die freiwillige Feuerwehr. Ich kenne das gut, von klein auf. Ich habe gelernt, wie wichtig es im Verein ist, dass es jene gibt, die sich um mehr kümmern als um sich selbst und die für andere Verantwortung tragen.
In den ländlichen Räumen gestalten die Ehrenamtlichen das Dorfleben aktiv mit. Aber auch in den Städten engagiert man sich ehrenamtlich. Fast jede und jeder Zweite engagiert sich hierzulande ehrenamtlich, jeden Tag voller Einsatz für das Große und Ganze: für soziale und ökologische Belange, für andere Menschen, und zwar völlig unabhängig von deren Herkunft.
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich unterstreichen: Sie alle leisten einen unbezahlbaren Beitrag für unser Zusammenleben. Sie verdienen unser aller Respekt und unsere größte Anerkennung.
Es passiert nach wie vor allzu oft, dass Mitarbeiter von Feuerwehren und Rettungsdiensten bei ihren Einsätzen behindert, ja sogar tätlich angegriffen werden. Das, meine Damen und Herren, dürfen wir nicht zulassen.
Sich hinter diese Menschen oder, besser noch, sich vor diese Menschen zu stellen, hilft dem Ehrenamt wirklich. Das stärkt gesellschaftliches Miteinander, den Zusammenhalt, den wir so oft hier im Parlament gemeinsam besprechen. Wir sprechen heute von der Stärkung des Ehrenamtes, und das ist weit mehr als die Ehrenamtskarte, meine Damen und Herren.
Ehrenamt steht vor großen Herausforderungen und Problemen: Überregulierungen, Dokumentationspflichten und Haftungsfragen. All dies macht denjenigen das Leben schwer, die sich aktuell schon engagieren, und schreckt diejenigen ab, die sich in Zukunft engagieren wollen. Ja, und dann wundern wir uns, warum wir ein Nachwuchsproblem haben!
Aus meiner Sicht müssen wir an die Rahmenbedingungen ran. Wir Freie Demokraten wollen deshalb erstens weniger Bürokratie, damit wir wieder mehr Zeit fürs Ehrenamt haben, wofür wir uns eigentlich einsetzen und worum wir uns bemühen, zweitens mehr Unterstützung bei der Umsetzung von Verordnungen – da möchte ich nur die Datenschutz-Grundverordnung nennen –, drittens Digitalisierung und Ehrenamt stärker zusammenbringen, um Angebote sichtbarer zu machen, Menschen besser miteinander zu vernetzen und Kommunikation zu erleichtern. Freiwilliges Engagement braucht unsere Rückendeckung. Damit helfen wir und stärken wir das Ehrenamt wirklich, und darum geht es doch.
Also: Lassen Sie uns gemeinsam die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Ehrenamt für alle wieder Spaß macht, dass wir wieder Zeit für das Wesentliche haben! Denn wir brauchen auch in Zukunft Bürgerinnen und Bürger, Menschen, die sich voller Leidenschaft umeinander kümmern und sich gerne in unsere Gesellschaft einbringen; denn davon lebt unsere liberale Demokratie, unsere Gesellschaft, die Gesellschaft, die Sie als AfD gerne spalten wollen.
Aber das, was Sie dabei kaputtmachen, werden Sie mit einer Ehrenamtskarte nie wieder wettmachen.