Ich habe gleich im Anschluss an die Befragung um 15 Uhr wieder eine Videokonferenz mit europäischen Kollegen, unter anderem auch dem italienischen. Wir tauschen uns oft täglich sehr intensiv bilateral, multilateral über die jeweiligen Entwicklungen und Lagen aus, weil wir wissen, dass jede Entscheidung von einem von uns oder einer Regierung auch Folgen für die anderen hat, und weil wir natürlich auch helfen wollen, wo wir können.
Ich sage Ihnen eines: Es ist natürlich unendlich viel leichter, da zu helfen, wo wir selbst deutliche Überkapazitäten haben, etwa bei Testkits. Es ist schwerer – das gilt ja für alle Länder in der EU –, dort zu helfen, wo wir wahrscheinlich alle gleichzeitig einem großen Bedarf entgegensehen. Das betrifft zum Beispiel die intensivmedizinische Kapazität.
Ich möchte gerne helfen. Aber wir müssen das in einem Rahmen machen, in dem sichergestellt ist, dass wir dann, wenn wir – es ist ja absehbar, dass das zumindest passieren kann – einen großen Bedarf haben, tatsächlich auch bestmöglich versorgen können. Es ist ein schwerer Spagat.
Ich kann Ihnen sagen: Die Italiener haben vor allem unsere Sympathie und unser Mitgefühl verdient. Die Situation, vor der die Kollegen dort gerade stehen, ist eine sehr herausfordernde. Ich will das nur mal sagen. Sie finden mittlerweile Situationen in bestimmten Bereichen in der Intensivmedizin vor, wo sie nach Vorerkrankung und Alter darüber entscheiden müssen: Wer bekommt jetzt Beatmung und wer nicht? Das sind sehr konkrete, sehr schwierige Entscheidungen.
Erst mal möchte ich, dass wir da helfen, wo wir helfen können, und gleichzeitig möchte ich alles tun, gemeinsam mit Ihnen, dass wir selbst nicht in diese Lage kommen.
Und da bin ich wieder bei dem, was ich eingangs gesagt habe: Da kann jeder mithelfen durch eigenes, persönliches Verhalten, indem wir es diesem Virus so schwer wie möglich machen, sich zu verbreiten. Darum geht es. Wenn wir das gut schaffen, dann vermeiden wir solche Lagen. Aber ich sage auch dazu: Garantieren kann ich es Ihnen nicht.