Das sind ja zwei Facetten. Die eine ist: Wenn ich gesagt habe: „Das Gesundheitssystem insgesamt ist gut vorbereitet“ geht es zum Beispiel um die Infrastruktur, die wir haben. Ich habe gerade darauf hingewiesen, dass trotz aller Probleme, die wir haben und die wir täglich diskutieren, und auch trotz aller Unzulänglichkeiten, die im Alltag in einer solchen Phase entstehen, es wenige Länder auf der Welt gibt – bei dieser Einschätzung bleibe ich –, die überhaupt eine solche Infrastruktur, so viele Intensivbetten, so viele Fachkräfte, so viele Ärzte und Pflegekräfte haben wie wir. Sie können immer sagen, es sollte mehr sein; da bin ich dabei. Aber in Relation zu anderen, im Vergleich zu anderen Ländern halte ich uns weiterhin für durchaus gut vorbereitet.
Was die Frage der Hilfe für China angeht, erleben wir übrigens gerade die Hilfsbereitschaft andersherum. Wir bekommen nämlich Angebote aus China an Deutschland und an andere europäische Länder, vor allem an die am meisten betroffenen, gerade auch an Italien, tatsächlich andersherum auszuhelfen und Masken und Gerät zur Verfügung zu stellen. Wir haben in einer schwierigen Lage China geholfen, insbesondere in der Provinz Hubei. Wir erleben gerade aber auch Angebote seitens Chinas, übrigens bis hin zu Beatmungsgeräten, die man zur Verfügung stellen will, um andersherum eben auch in einer schwierigen Lage zu helfen.
Ich denke, das ist das, was internationale Kooperation auszeichnet, dass sie nicht einseitig ist, sondern dass man sich in schwieriger Lage aufeinander verlassen kann.