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151. Sitzung
Mittwoch, 11. März 202019. Wahlperiode, 151. SitzungAktuelle Stunde
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Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Angesichts des Vortrags von Herrn Glaser und trotz seines jugendlichen Erscheinungsbildes muss ich zu dem Ergebnis kommen: Die von ihm abgespielte Schallplatte ist wahrscheinlich eher aus Schellack als aus anderem Material. Es hilft halt nichts, immer dasselbe zu behaupten, weil es dadurch am Ende des Tages nicht wahrer wird.

Beifallbei der CDU/CSU

Und was ist Ihre Lösung?

Deshalb bitte ich, zwei Dinge festhalten zu dürfen: Erstens. Die bisherigen Änderungen des Wahlrechts, denen wir das aktuell gültige Wahlrecht zu verdanken haben, sind mit den Stimmen aller Fraktionen dieses Hauses und auch im Bundesrat mit den Stimmen Ihrer Parteikollegen beschlossen worden.

Das waren andere Verhältnisse!

Ich darf zweitens darauf hinweisen, dass die Opposition die Wahlrechtsreformkommission des Präsidenten verlassen hat mit dem Hinweis, sein Vorschlag sei eine Provokation;

Ist ja auch so!

dieser Vorschlag beinhaltete tatsächlich auch die Streichung von Wahlkreisen.

Um einigen Kollegen einen Gefallen zu tun, weise ich gerne darauf hin: Dieses Haus besteht im Augenblick schon nur zu 40 Prozent aus direkt gewählten und zu 60 Prozent aus Listenabgeordneten.

Beifallbei Abgeordneten der CDU/CSU

Dass man jetzt auf den Gedanken kommt, dass man das nur durch das Streichen von Wahlkreisen machen kann,

Welcher Strafrechtsprofessor sagt denn, dass es ohne geht? Das ist Realitätsverweigerung!

wird, glaube ich, dem Anspruch, der mit der Erststimmenabgabe verbunden ist, nämlich einen direkt gewählten Abgeordneten zu haben, nicht ganz gerecht.

– Dadurch, dass man laut schreit, wird es nicht wahrer.

Klar ist: Es braucht in der Tat eine Höchstgrenze. Der deutsche Wähler sollte genau wissen,

Die Wählerin auch!

wie groß der Bundestag am Ende des Tages tatsächlich werden kann.

Dafür haben wir noch zwei Wochen Zeit!

Insofern ist die entscheidende Frage, wie wir das bewerkstelligen.

Unserem Antrag zustimmen!

Die Frage haben Sie richtig gestellt! Jetzt geben Sie mal die Antwort!

– Zuhören kann den Effekt haben, dass man weiß, worüber man redet.

Jetzt mal die Antwort!

So einfach, wie es so leicht dahingesagt wird – wir lassen den ersten Zuteilungsschritt weg, die sogenannte Zuteilung von Sitzkontingenten auf die Landeslisten –, ist es nicht. Es ist nicht ganz unwesentlich, dass das Bundesverfassungsgericht in seiner Rechtsprechung umfangreiche Ausführungen dazu gemacht hat, warum dieser zugegebenermaßen sehr medizinische Begriff „negatives Stimmgewicht“ so verhängnisvoll ist: Weil es ein Irrweg ist, wenn ein Wähler mit seiner Stimmabgabe am Ende des Tages das Gegenteil dessen verursachen könnte, was er erreichen wollte. Deshalb ist die Frage der Sitzkontingentbildung so wesentlich.

Verständigen können wir uns in der Tat bei der Mindestsitzfrage: Welchen Anspruch auf Beteiligung an diesem Deutschen Bundestag haben die einzelnen Landeslisten der Parteien?

Der nächste Punkt. Man muss auch einmal aufräumen mit dem Argument, es gäbe keine Gespräche. Wöchentlich treffen sich die Fraktionsvorsitzenden dieses Hauses.

Sie bringen halt nichts!

Mit welchem Ergebnis denn?

– Wie oft haben Sie jetzt schon zusammengesessen?

Abgesagt worden!

– Wie oft haben Sie schon zusammengesessen?

Es ist abgesagt worden!

Okay, dreimal gefragt, immer noch keine Antwort.

Es ist abgesagt worden! Seit vier Wochen ist nichts mehr! Völliger Unsinn!

Typisch grüne Lösung! Darauf will ich mich nicht einlassen.

Der entscheidende Punkt ist: Es gibt regelmäßige Kontakte.

– Durch Schreien wird es nicht besser.

Ich glaube, es ist wesentlich, auf Folgendes hinzuweisen: Es hat weder etwas mit Provokation zu tun, noch damit, man verweigere sich hier irgendwelchen Lösungen.

Zuruf: Doch!

Die Berechnungen des Bundeswahlleiters haben gezeigt: Das Streichen von Wahlkreisen ohne eine wirklich effektive Kombination anderer Maßnahmen bringt überhaupt nichts;

Beifallbei der CDU/CSU

Das hat doch noch gar keiner behauptet, dass wir nur Wahlkreise streichen! Aber ohne geht es nicht!

es reduziert noch nicht mal die Wahrscheinlichkeit der Vergrößerung des Deutschen Bundestages; das wird nicht wahrer, je öfter Sie es behaupten.

Das ist Realitätsverweigerung, was Sie machen!

Zurufder Abg. Beatrix von Storch [AfD]

Der letzte Punkt ist das Thema Kappung, das heißt Nichtzuteilung. Jemand geht in die Wahlkabine, wählt direkt einen Abgeordneten, der gewinnt seinen Wahlkreis, und am nächsten Tag erfährt er: Nein, dieser Wahlkreis wird nicht zugeteilt,

Will ja keiner! Will die AfD, aber wir nicht!

er ist die nächsten vier Jahre im Bundestag nicht vertreten. – Das machen Sie mit dem deutschen Wähler ein einziges Mal! Das führt dieses System ad absurdum, ist ein Eingriff in die Wahlrechtsgleichheit, weil der Wähler mit der Stimme nicht mehr das erreicht, was er angeblich erreichen kann.

Wer das vorschlägt, will am Ende des Tages keine direkte Demokratie mehr und keine Direktwahlkreise mehr, sondern ein reines Verhältniswahlrecht; ein anderer Schluss ist leider nicht zu ziehen.

Vielen Dank.

Beifallbei der CDU/CSU

Was haben Sie eigentlich vorzuschlagen? Fünf Minuten gesprochen, kein Vorschlag, kein einziger Vorschlag! Nur alles andere abgelehnt!

Beifallbei der AfD

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