Nein, ich möchte gerne fortfahren, Herr Präsident.
Ich möchte abschließend noch zwei Anmerkungen machen. Wir wissen, dass viele externe Kräfte in Libyen den Kriegsschauplatz dominieren, beherrschen, sich einmischen. Russland versucht, sich aufzustellen, entsendet Söldner in die Region. Die Türkei greift bedauerlicherweise – das sollten wir an keiner Stelle verschweigen – sogar aktiv, auch mit Waffeneinsatz, in die Kämpfe vor Ort ein. General Haftar, der vorhin genannt wurde, fährt jetzt gerade keine Offensive, Herr Nolte, sondern wird eher zurückgedrängt, aber er erfährt bedauerlicherweise auch aus dem arabischen Raum breite Unterstützung vieler Staaten. Allen diesen Akteuren muss klar sein – ich nenne an dieser Stelle ausdrücklich auch die Türkei; das soll nicht verschwiegen werden; wir sprechen hier vollkommen offen –: Ihr derzeitiges Verhalten treibt Libyen in den Abgrund. Das muss Deutschland seinen Bündnispartnern, aber auch allen anderen Akteuren vor Ort deutlich machen. Die internationale Gemeinschaft muss es als eine gemeinsame Chance begreifen, alle aufzufordern, ihre Waffenlieferungen zu stoppen
und sich gemeinsam verantwortlich für Stabilität und Sicherheit in diesem geschundenen Land zu fühlen.
Wir haben in Libyen einen gemeinsamen Feind; das ist nach wie vor der IS. Er ist dort nach wie vor aktiv, und er wird jedes Machtvakuum nutzen, um Tod und Schrecken auch in diesem Land und darüber hinaus weiter zu verbreiten.
Deswegen ist der Versuch, das Waffenembargo durchzusetzen, wichtig. Deswegen ist der Einsatz der Bundeswehr an dieser Stelle sinnvoll, und ich bitte Sie herzlich um Unterstützung.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.