Ich habe keinen Anlass, zu zweifeln, dass unsere Anträge genehmigt werden. 1,2 Milliarden Euro haben wir als überplanmäßig beantragt. Ich hoffe, dass die Entscheidung in den nächsten Wochen in unserem Sinne fällt; denn die Maßnahmen sind dringlichst in den Ländern angefragt. Ansonsten warten wir wieder zu lange. Es sterben Tausende.
Aber was dazukommt: Es brechen ganze staatliche Strukturen zusammen. Schauen wir uns das mal in der Sahelregion an. Der Zirkel ist da folgender: Es bricht über das Coronavirus eine Hunger-, Finanz- und Wirtschaftskrise aus. Die Staatlichkeit bricht zusammen. Polizei und staatliche Strukturen sind nicht mehr vorhanden. In der Sahelregion, aber auch im Libanon deuten sich solche Dinge an. Dann kommt es zu verstärktem Terror, was wir insbesondere jetzt in der Sahelregion haben. Der Terror führt zu Flucht und Vertreibung. Ich möchte nicht warten, bis die ersten 100 000 Flüchtlinge aus Not und Elend hier in Europa ankommen, bevor wir reagieren. Das war vor fünf Jahren der Fall, und das sollte diesmal nicht der Fall sein. Deshalb zweifle ich nicht daran, dass wir jetzt vorzeitig entschlossener eingreifen.