Ja, wir brauchen eine kohärente Türkei-Strategie. Sie muss mindestens zwei Elemente umfassen: auf der einen Seite die Tatsache, dass wir strategisch miteinander verbunden sind, dass wir zum Beispiel gemeinsam in der NATO sind. Aber auch die Bewältigung der Flüchtlingsfrage gelingt nur – Stichwort: EU-Türkei-Abkommen –, wenn man hier auch miteinander Absprachen trifft, weil man das Ganze sonst auf dem Rücken der Menschen austrägt. Wir haben das Thema Libyen, wir haben das Thema Syrien mit sehr, sehr vielen Facetten.
Auf der anderen Seite haben wir natürlich an vielen Dingen Kritik zu üben, auch was Menschenrechtsfragen in der Türkei anbelangt. Und beides zusammenzubekommen, ist sehr wichtig. Wir haben jetzt die Erschwernis, dass die Türkei vor Zypern und Griechenland Bohrungen durchführt, worüber es eine große Kontroverse gibt. Hier arbeiten wir daran, dass wir wieder zu Gesprächen zwischen den Betroffenen kommen, wie es zum Beispiel auch bis 2016 der Fall war.
Also, Deutschland versucht hier, den verschiedenen Facetten im Verhältnis zur Türkei gerecht zu werden. Das ist nicht immer einfach, und das gelingt nur mit Frankreich zusammen. Da haben Sie vollkommen recht.