Ich halte es erst einmal für richtig und wichtig, dass wir es schaffen, die Migration sehr viel besser zu steuern. Alle diese Seenotrettungen, egal ob sie über die Europäische Union durchgeführt werden oder ob sie als private Seenotrettungen durchgeführt werden, sind immer nur die zweitbeste Lösung; denn wir müssen eigentlich verhindern, dass Menschen sich überhaupt so in Gefahr bringen.
Deshalb werden wir auch weiter daran arbeiten, dass wir gerade auch in Libyen Bedingungen schaffen, mit denen der UNHCR arbeiten kann. Ich weiß, dass wir davon weit entfernt sind. Wir teilen übrigens alle die Besorgnisse: Sowohl das, was zwischen der Türkei und Griechenland auf der Ägäis stattfindet, als auch das, was auf dem Mittelmeer zwischen Italien und Libyen stattfindet, ist alles andere als zufriedenstellend. Deshalb hat das Bundesinnenministerium auch das Thema „europäische Asylpolitik“ als ein wichtiges Thema für die Ratspräsidentschaft benannt.
Wir wissen aber alle, dass wir das nicht so schnell lösen können. Bis dahin müssen wir natürlich humanitär handeln; das ist richtig. Aber wir dürfen auch nicht den Eindruck erwecken, dass sich Menschen sozusagen in eine gefährliche Situation bringen sollen; denn wir sehen tragischerweise, dass viele Menschen ihr Leben auf diesem Weg verlieren.