Frau Bundeskanzlerin, Sie äußerten hier am 13. Mai Ihre Unzufriedenheit mit den Zuständen in den Großschlachthöfen. Wir haben in den letzten Wochen viel dazu erfahren. Ich will Ihnen sagen – persönlich –: Ich bin seit 52 Jahren Bauer und habe vor 45 Jahren für einige Jahre in einem Großschlachthof gearbeitet. Was hat sich verändert? Es ist immer schlimmer geworden! Es war damals unsäglich, und heute ist es noch unsäglicher. Die Bedingungen der Menschen dort sind nie besser geworden; sie sind immer schlechter geworden.
Neben dem Beschreiben der Zustände: Was soll ich verstehen, ich als Mensch, der als Bauernjunge Recht und Gesetz gelernt hat, wenn mein Ministerpräsident mir gestern erklärt, die Kooperation zwischen Schlachthaus und Landesregierung sei zu Ende, jetzt werde Recht und Gesetz gelten? Ich hatte gedacht, es gelte schon immer; aber das will ich jetzt gar nicht mit Ihnen diskutieren.
Meine Frage geht vielmehr woandershin. Die zuständige Bundesministerin hat erklärt: Wir wollen die Großschlachthöfe dezentralisieren. – Wie sieht Ihr Fahrplan dazu genau aus? Ist das abgestimmt? Was kann ich darunter verstehen? Wie werden die Abläufe sein, dass wir jetzt endlich zu humanen Bedingungen für die Tiere und für die Menschen, für die Bauern und Bäuerinnen, die dahin liefern, kommen?