Schönen Dank für Ihre Frage. – Zunächst einmal: Ich bin nicht der Meinung, dass wir in Deutschland keine humanitäre Strategie der Flüchtlingspolitik entwickelt haben. Ich glaube, insgesamt wird auch international anerkannt, dass das, was Deutschland 2015 und danach gemacht hat, die Bewältigung einer großen Herausforderung gewesen ist, die auf uns zugekommen war. Es hat sehr dazu beigetragen, dass wir erstens moralisch etwas getan haben, was richtig und humanitär geboten war, aber was zweitens für ganz Europa von größter Bedeutung gewesen ist. Ich glaube, das sollten wir auch als große Leistung anerkennen.
Darüber hinaus glaube ich, dass wir, gerade weil das so ist, nicht weggucken können, wenn wir die Bilder aus Moria sehen, die Bilder von den Bränden, von der wirklich dramatischen Situation der Flüchtlinge, die ja dort schon vorher, wie Sie richtig beschrieben haben, unter schwierigen und unmenschlichen Bedingungen untergebracht waren. Deshalb ist es notwendig, dass wir ihnen jetzt helfen. Das muss in der Tat gemeinsam auf europäischer Ebene geschehen, und in der Tat hat sich die Bundesregierung heute mit der Frage beschäftigt: Wie können wir bewirken, dass die Europäische Union, dass wir im Verbund mit anderen Ländern vor Ort helfen, um die Situation zu verbessern, dass wir auch humanitär all das Notwendige tun, was damit verbunden ist? Selbstverständlich gehört dazu auch die Frage, wie man gemeinsam Verantwortung für die Flüchtlinge übernehmen kann; denn auch mir erscheint es offensichtlich, dass nicht alle Probleme vor Ort gelöst werden können. Deshalb sind alle Länder, aber eben auch Deutschland, gefordert, hier einen Beitrag zu leisten.