Vielen Dank, Herr Präsident. – Ich muss da nachhaken: Es ist natürlich in der Tat so, dass wir schon mit diversen Innenministern über dieses Thema gesprochen haben, und das zeigt sozusagen auch die Dramatik. Wir sind auch bei Ihnen, wenn es um die Fluchtursachenbekämpfung geht, dass man das wirklich mit Leben füllt. Denn es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen unserer Handelspolitik, unserer Agrarpolitik, unserer Rüstungspolitik und den Geschehnissen in der Welt.
Aber hier geht es ja wirklich konkret darum: Wie organisieren wir sozusagen die Europäische Union und ihre Verpflichtung, Menschen in Not zu helfen? Wenn Sie Vorprüfungen an den Außengrenzen machen, wird das dazu führen, dass ein Großteil der Menschen dort nicht wegkommen wird. Für diese Menschen muss man die Frage stellen: Wie lange soll das dann gehen? Wie gehen Sie mit einer drohenden Überfüllung und einer erneuten Situation wie dieser, die sich dann abzeichnet, um? Wir haben jetzt das Zeitfenster, wirklich eine Lösung zu finden, die dauerhaft trägt. Wir haben das Zeitfenster jetzt und nicht, wenn sich die nächste Katastrophe in ein oder zwei Jahren ankündigt.
Vielleicht spitze ich es noch mal zu: Frau Merkel sagt, es sollen echte EU-Hotspots werden. Deshalb die Frage: Welche Rolle soll da die Kommission haben? Welche Rolle sollen da die Bundesregierung und die einzelnen Mitgliedstaaten haben? Vielleicht können Sie das noch mal ausführen. Sonst ist dieses Konzept für mich erst mal nur heiße Luft.