Auch die Madrid-Prinzipien sind bisher schon mit beiden Seiten besprochen worden – bedauerlicherweise, ohne dass das besonders vertieft worden ist. Es geht, glaube ich, beiden Seiten im Moment auch vor allen Dingen um eine militärische Analyse der Situation. Im Moment sieht sich Aserbaidschan im Vorteil und ist deshalb eher weniger geneigt, einer Waffenruhe zuzustimmen, weil man einfach glaubt, militärisch bestimmte Fragen lösen zu können. Das dürfen wir, wie ich finde, nicht zulassen. Und deshalb, finde ich, müsste der Druck auf Aserbaidschan erhöht werden, wenn es dabei bleibt, dass man dort keiner Waffenruhe zustimmt.
Die Frage, welche Organisation, welches Format: Ich glaube, dass es bei der OSZE Möglichkeiten gäbe. Ich glaube, dass auch die Europäische Union Möglichkeiten hat wie auch die Vereinten Nationen, aber schließlich auch der Europarat eine nicht unwichtige Organisation wäre. Ich glaube, jede Organisation oder jedes Format, die oder das es gibt, worin unterschiedliche Akteure zusammenkommen, könnte einen Beitrag leisten, um die militärische Eskalation zu beenden. Nach all den Gesprächen, die wir mit diesen Organisationen geführt haben, würde ich sagen: Die stehen alle zur Verfügung. Nur müssen sich die beiden Konfliktparteien darauf verständigen, wo ein solcher Vermittlungsprozess stattfinden könnte.