Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Deutschland – das hat unseren Wohlstand in all den Jahren ausgemacht – ist Industrieland, ist Automobilindustrieland, und das – das sage ich ganz deutlich an dieser Stelle – wollen und das werden wir bleiben, meine Damen und Herren.
Natürlich gehört dazu, dass wir auch anerkennen, dass Industrie sich verändern muss. Die Klimaziele 2030 und 2050 sind angesprochen worden. Aber – das gehört auch zu uns als verantwortungsvolle Politikerinnen und Politiker in diesem Haus – allein die Ziele zu benennen, ist natürlich nicht ausreichend, sondern es geht immer darum, auch einen Plan zu haben, wie wir eigentlich die Menschen, wie wir die Arbeitsplätze, wie wir die Industrie genau auf diesem Weg der notwendigen Transformation mitnehmen, meine Damen und Herren.
Wenn wir auf das Jahr 2030 schauen, dann sehen wir, dass wir die Klimaziele nur dann erreichen, wenn wir – je nachdem, wie die Verschärfung noch ausgeht; ich hoffe, dass wir nicht, wovon manche träumen, auf 60 oder 70 Prozent kommen, ich glaube, 55 Prozent ist schon ambitioniert genug – mehr als die Hälfte der neuen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ausrüsten müssen. Jetzt kann man sagen: Das ignoriere ich alles; jetzt zementiere ich alte Technologien. – Ich glaube, das wird uns einem Plan der Transformation kein bisschen näherbringen, meine Damen und Herren.
Wenn wir Transformation wollen, dann geht das nur mit den Unternehmen, und zwar mit der gesamten Breite, sowohl den OEMs als auch den Zulieferern, und dann geht das nur mit all den Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Meine Damen und Herren, Transformation funktioniert nur regional. Wir erleben in der Automobilindustrie, dass wir sehr unterschiedliche Strukturen haben. Wir haben teilweise eine intensive Zuliefererstruktur, wir haben teilweise OEMs. Deswegen hilft es nicht, eine Methode auf alle Bereiche anzuwenden, sondern wir müssen es regional organisieren, regional denken und das dann auch mit regionalen Transformationsfonds begleiten. Wir haben doch aus dem Strukturwandel der Kohleindustrie, wo es übrigens nicht darum ging, etwas zu verändern und fortzusetzen, gelernt, dass der Strukturwandel nur dann funktionieren kann, wenn wir genau diese regionalen Veränderungen mit regionaler Organisation und Geldern begleiten.
Meine Damen und Herren, wenn wir jetzt sehen, dass in Zukunft mehr als ein Drittel der Wertschöpfung beim Automobilbau und in der Mobilität von der Batterie abhängt, dann heißt das ganz klar, dass wir neue Wertschöpfung und Arbeitsplätze nach Deutschland holen müssen. Jetzt wird immer gesagt: Na ja, es baut ja keiner in Deutschland Batteriefabriken auf. – Das ist doch völliger Quatsch. Der chinesische Hersteller CATL baut in Thüringen.