Kommen wir nach diesen erweiternden und das ganze Bild noch abrundenden Ausführungen von Herrn Hampel zurück zum Thema. Sie haben – ich war dabei, es deutlich zu machen – selbst mustergültig vorgeführt, was Kolonialismus bedeutet. In Bezug auf Rückgabe von Human Remains, von Artefakten sagen Sie – ich zitiere; denn Sie müssen sich an Ihren Worten messen lassen –, die deutsche Regierung müsse den Herkunftsgesellschaften verdeutlichen, dass die Rückgabe von Kulturgütern nur in Ausnahmefällen gewährt wird.
Gnadenvoll – so Ihr Verständnis – gewährt der deutsche Staat in Ausnahmefällen den Opfern von Unterdrückung, den Opfern von Massenmord, den Opfern von Gewalt Rückgabe. Das ist die Perfektionierung kolonialistischen Denkens. Wie kann man ernsthaft nach all der Gewalt, nach dieser Vorgeschichte die Opfer, die beraubt wurden, die noch heute darunter leiden, in Form dieser Belehrung erniedrigen und deutlich machen: „Nur wenn wir uns gnadenvoll ihrer erbarmen, könnten sie einzelne Kunstwerke womöglich zurückbekommen“?
Nein, das ist nicht unser Verständnis von Aufarbeitung des Kolonialismus. Wir werden kontinuierlich und auf eine andere Weise, nämlich in Kooperation mit den Herkunftsgesellschaften und mit einer Abgabe von Kontrolle, mit einer Haltung von Demut – das, was Sie nie besessen haben, was Sie nie besitzen werden – diese Frage angehen. Es wird uns gelingen, den Kolonialismus aufzuarbeiten und den Kolonialismus in Gestalt der AfD aus diesem Parlament künftig zu vertreiben.
Ich danke Ihnen.