Tagesordnungspunkt 12 · 19. Wahlperiode
Bundestagsdebatte vom 19. November 2020 · 192. Sitzung
Der Reaktionswert ist eine Heuristik aus protokollierten Zwischenrufen, Lachen, Kommentaren und Zwischenfragen. Er misst weder Qualität noch politische Bedeutung.
Die Ausschnitte dienen der Orientierung. Der Permalink öffnet den vollständigen, maschinell strukturierten Wortlaut.
1. Rede · Markus Koob · CDU/CSU
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, es ist wahr, es hat viele Jahre gedauert, bis Deutschland sich nach der Aufarbeitung der jüngsten Geschichte um SED- und Nazi-Diktatur nun verstärkt auch seiner Kolonialgeschichte zugewendet hat. Aber Deutschland steht zu seiner Geschi
2. Rede · Michelle Müntefering · SPD
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist schon erstaunlich, was wir uns hier anhören müssen. Niemand kann sagen, das Unrecht des Kolonialismus sei nicht von Anfang an bekannt gewesen. 1889 sprach August Bebel hier im deutschen Parlament aus, was jeder sehen konnte – ich zitiere ihn –: Im Gr
3. Rede · Ulrich Lechte · FDP
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauer! Der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen möchte ich heute mal wieder ausnahmsweise danken, dass sie dieses wichtige Thema der Aufarbeitung kolonialen Unrechts auf die Tagesordnung gesetzt hat, noch dazu mit einem solch breiten Ansatz, der ganz vi
4. Rede · Kathrin Vogler · Die Linke
Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Auch ich bedanke mich für den Antrag der Grünen. Er bietet viel Futter für die Ausschussarbeit und die weitere Beratung, und es steht viel Vernünftiges drin. Wie erschütternd tief wir selber noch im Sumpf des kolonialen Denkens ste
5. Rede · Hartmut Ebbing · FDP
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor gut einem Jahr forderte die AfD noch, die deutsche Kolonialzeit kulturpolitisch differenziert aufzuarbeiten. Auch wenn Ihr damaliger Antrag schon vor Unwahrheiten und gezieltem Populismus strotzte, weswegen wir als FDP ihn auch abgelehnt haben, versucht
6. Rede · Ansgar Heveling · CDU/CSU
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die zwingend notwendige Frage der Provenienz ist die Voraussetzung für museale Präsentation oder Restitution. Bei genauer Betrachtung ist allerdings die Frage nach dem Umgang mit den Objekten, deren Provenienz geklärt ist, der Punkt, wo die Diskussion wirklich interessa
7. Rede · Volker Ullrich · CDU/CSU
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es war richtig und notwendig, dass wir heute im Bundestag die Debatte über die Aufarbeitung unserer kolonialen Geschichte geführt haben. Es gehört zum demokratischen Grundkonsens in diesem Haus, dass die Aufarbeitung geschichtlichen Unrechts unserem Land Würde zu
8. Rede · Agnieszka Brugger · BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Am 3. Mai 1904 wurde Lothar von Trotha zum Oberbefehlshaber der deutschen Truppen im damaligen Deutsch-Südwestafrika ernannt, nachdem sich die Ovaherero gegen die rassistische Siedlungspolitik des Deutschen Reiches erhoben hatten. Er sagte ganz offen, was s
9. Rede · Agnieszka Brugger · BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Nein, diese Fraktion bekommt von mir keine zusätzliche Redezeit in dieser Debatte. Nachdem Ovaherero und Nama kapituliert hatten, wurden viele brutal in Lager gesperrt. Die Zustände dort waren katastrophal. Jeder Zweite starb an einer tödlichen Krankheit. Hugo Bofinger, der leitende Arzt in der Kolonie, führte auf der
10. Rede · Marc Jongen · AfD
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! „Durch unsere Schuld, durch unsere Schuld, durch unsere große Schuld“ – das ist die Maxime grün-linker Gedächtnispolitik, wie wir sie heute wieder eindrucksvoll vorgeführt bekommen haben; die Antifa hätte es nicht besser sagen können. Es ist Ihr Verständnis von Geschichte, in d
11. Rede · Marc Jongen · AfD
Das kann es nicht sein. Vielen Dank.
12. Rede · Elisabeth Motschmann · CDU/CSU
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Kollegin Vogler, Truppenabzug aus ehemaligen Kolonien bedeutet nicht Frieden, sondern es bedeutet, dass wir diese Völker dem Terrorismus überlassen. Wenn Sie das besser finden, dann sage ich: Das ist keine gute Aufarbeitung. In Deutschland scheinen die Spuren
13. Rede · Elisabeth Motschmann · CDU/CSU
Ich muss aufhören.
14. Rede · Elisabeth Motschmann · CDU/CSU
Ja, aber nur ungern.
15. Rede · Elisabeth Motschmann · CDU/CSU
Ich darf noch einen letzten Satz sagen. – Was Sie wollen, geht gar nicht. Die Koalition hat das Thema auf die Tagesordnung gesetzt und wird es auch in Zukunft behandeln. Das ist der Geist guter internationaler Zusammenarbeit. Vielen Dank für Ihre Geduld und Aufmerksamkeit. – So ist das Leben. – Oder Sie machen einen De
16. Rede · Petr Bystron · AfD
Liebe Frau Präsidentin!
17. Rede · Petr Bystron · AfD
Liebe Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Als ich mit 16 Jahren als Flüchtling aus der Tschechoslowakei nach Deutschland kam, passierte mir Folgendes: In der ersten Woche in der Schule kam ein Mitschüler auf mich zu und sagte: Petr, bitte entschuldige! – Da hab ich gesagt: Volker, was ist los? Hast du
18. Rede · Petr Bystron · AfD
Das ist jetzt gerade die halbe Minute.
19. Rede · Petr Bystron · AfD
Der Kollege Lindh hat so viel Wumms – ich bin sicher, er kommt bei seiner Rede auch mit fünf Minuten aus und schenkt mir eine Minute, oder?
20. Rede · Petr Bystron · AfD
Okay, danke. Jetzt ist Ruhe! Ich werde das überprüfen. Darauf können Sie sich verlassen. -Nächster Redner für die SPD-Fraktion: Helge Lindh.
21. Rede · Helge Lindh · SPD
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wo Barbara Hendricks recht hat, hat sie recht. Abgesehen davon haben Sie, Herr Dr. Jongen, und Sie, Herr Bystron, und die AfD es wieder mal geschafft, zu beweisen, dass Freud damit recht hatte, dass die Psychoanalyse funktioniert; denn wer derart von einer traumatisiert
22. Rede · Helge Lindh · SPD
Ich habe ja das Prinzip, dass ich immer gerne Zwischenbemerkungen erlaube, –
23. Rede · Helge Lindh · SPD
– weil das auch eine Lernerfahrung für Herrn Hampel ist, die ich ihm dann gleich bieten werde. Deshalb: sehr gerne.
24. Rede · Armin-Paulus Hampel · AfD
Herzlichen Dank, Herr Kollege, für die Möglichkeit, Ihnen eine Frage zu stellen. – Der Name von Trotha ist hier schon gefallen; das ist in der Tat ein dunkles Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte, obwohl es, wie der Kollege Bystron schon sagte, rechtlich geahndet wurde. Selbst ein Militär wie der General von Lettow
25. Rede · Helge Lindh · SPD
Ganz ruhig bleiben! – Ich muss bestätigen, was ich eben gesagt habe: Ich danke für die Frage, weil Sie das gebracht haben, was ich erwartet habe. Das war eine wunderbare Vorlage, Sie noch einmal in Ihrer argumentativen Ärmlichkeit bloßzustellen. Das mache ich gerne. Erstens ist es ein ziemlich dürftiges Argument, von e
26. Rede · Helge Lindh · SPD
Kommen wir nach diesen erweiternden und das ganze Bild noch abrundenden Ausführungen von Herrn Hampel zurück zum Thema. Sie haben – ich war dabei, es deutlich zu machen – selbst mustergültig vorgeführt, was Kolonialismus bedeutet. In Bezug auf Rückgabe von Human Remains, von Artefakten sagen Sie – ich zitiere; denn Sie
27. Rede · Eva-Maria Schreiber · Die Linke
Geehrte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Als Bismarck 1878 seine Schutzzollpolitik zur Sicherung der deutschen Wirtschaft einführte, dämmerte ihm, dass auch Deutschland Kolonien braucht. 1885, ein Jahr nach dem Beginn der Berliner Kongokonferenz, war Deutschland drittgrößte Kolonialmacht, und zwar bis zum En
28. Rede · Eva-Maria Schreiber · Die Linke
Denn Menschenrechte sind unteilbar. Danke.