Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ja, wir diskutieren heute ein Plastiktütenverbot. Ich bin über zwei Ziele wirklich erstaunt und frage mich, wozu sie dienen sollen.
Auf der einen Seite wird gesagt: Das Plastiktütenverbot soll gegen das Littering in Deutschland helfen. – Das ist interessant, weil keine einzige Studie evident nachweist, dass Plastiktüten hier wirklich ein Problem sind. Die gekauften Mülltüten schon, die Einkaufstüten nicht. Es kann nicht zur Lösung beitragen, wenn etwas verboten werden soll, was überhaupt nicht das Problem ist.
Sie reden hier absolut am Problem vorbei. Anstatt die Plastiktüte zu verbieten, sollten Sie endlich mal engagiert gegen die Leute vorgehen, die ihren Müll in die Walachei werfen und heute noch ungestraft damit davonkommen!
Dann sagen Sie, Sie wollen die Umwelt schonen. Umweltschonen ist immer ein hehres Ziel. Aber tatsächlich ist doch die Frage: Schont denn das Plastiktütenverbot die Umwelt überhaupt? Gucken wir uns doch mal die Alternativen an. Eine Alternative ist die mit Kunststoff überzogene Papiertüte, im Recycling verheerend. Nein, sie schont die Umwelt nicht. Der Baumwollbeutel würde die Umwelt schonen, wenn er mehr als 40-mal genutzt würde und die Leute ihn nicht zu Hause horten würden.
Aber wollen Sie überhaupt wissen, ob das Plastiktütenverbot was bringt? Das glaube ich nicht. 2014 hat eine ifeu-Ökobilanz ergeben: Es sieht so aus, als wenn die Plastiktüte wirklich eine ökologische Alternative sei. Noch mehr gilt das übrigens, wenn es sich um eine Plastiktüte mit dem blauen Umweltengel handelt, die sogar für ihr Umweltbewusstsein ausgezeichnet worden ist. – Tatsächlich steht in der Studie am Ende drin: Aktualisiert doch mal bitte diese Ökobilanz. – Aber Frau Schulze hat in einem Punkt recht: Wenn man die Antwort nicht haben will, darf man die Frage nicht stellen. Sie interessiert sich überhaupt nicht für die Umwelt. Deswegen wurde über Jahre hinweg diese Ökobilanz eben nicht erstellt.
Was hier gemacht wird, ist ein populäres Gesetz – wir sehen ja gerade: Kunststoff ist jetzt öffentlich nicht so gut angesehen –, bei dem wir aber nicht im Geringsten die Ahnung haben, ob es am Ende überhaupt die Umwelt schont oder ob der Schuss nicht am Ende wirklich nach hinten losgeht und wir mehr Ressourcen verbrauchen – mehr Wasser, mehr Land, mehr Einsatz, mehr Energie – und damit weniger Klimaschutz haben.
Sie wissen es schlicht und ergreifend nicht. Wenn man mal eine Meinung hat und sie rausblökt, weil sie gerade aktuell ankommt, ist das nicht Umweltschutz, sondern Umweltpopulismus.
Damit wir aber heute noch ein bisschen was Sinnvolles machen, biete ich Ihnen als Mitglied der Serviceopposition an: Stimmen Sie unserem Entschließungsantrag zu!
Anstatt Plastiktüten zu verbieten, sollten Sie eine moderne Recyclingmethode zulassen.
Wir müssen lernen, Kreisläufe zu schließen, Kohlenstoffe immer öfter zu nutzen. Das chemische Recycling ist hierzu eine Möglichkeit. Im Verpackungsgesetz ist es heute noch verboten. Wenn es morgen zugelassen wird, haben wir der Umwelt mehr Gutes getan, als Sie mit Ihrem Verbot in zehn Jahren hinkriegen werden.