Liebe Kolleginnen und Kollegen, dass Sie Puls haben, zeigt, dass ich was richtig gemacht habe; insofern werte ich das als Kompliment. Die Frage – habe ich das richtig verstanden? –, ob ich Jesus Christus liebe, ist eine sehr merkwürdige politische Frage. Die werde ich selbstverständlich hier nicht beantworten,
weil das völlig irrelevant ist in diesem Parlament. Ich kann nur eines sagen:
Ich bin mir immer unsicher; denn zum Glauben – aber Sie haben ja wenig mit Glauben zu tun und sehr viel mit Gottlosigkeit – gehört ja immer der Zweifel. Zweifel ist Ihnen fremd.
Was ich sagen kann: In Ihrem praktischen Handeln beweisen Sie, dass Sie offensichtlich Jesus Christus nicht lieben. Das kann ich in der Beurteilung nur so wahrnehmen.
Zu Ihrer Logik. Das ist eigentlich immer wunderbar; denn die AfD hat die Kunst der unfreiwilligen Selbstentlarvung auf die Spitze getrieben.
Sie weisen ja darauf hin, es gebe islamistische Verfolgung von Christen. Die gibt es, oh ja; wurde auch schon alles hier ausgeführt. Sie weisen aber nie auf die Verfolgung von den Uiguren und den Rohingya hin. Sie weisen nicht darauf hin, dass sich die Herren Gültekin, Özen, Abu El Hosna in Wien schützend vor ihre christlichen Brüder und Schwestern gestellt haben, was Sie, glaube ich, nie tun. Sie schleusen nur rechte Blogger hier in den Bundestag ein. Das ist Ihre Art von Mut, sprich: Feigheit.
Sie haben sich nie damit auseinandergesetzt, wie sich in Indonesien, in Frankreich, in Kenia, in Jordanien nachweislich viele muslimische Organisationen schützend vor ihre christlichen Schwestern und Brüder gestellt haben. All das erzählen Sie nicht. Auslassen ist auch eine Form des Lügens.
Da wir heute ja so christlich sind und ich Ihnen auch einen Einstieg ins Christentum gebe, komme ich nun zum Dekalog, den Zehn Geboten:
„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ Was Sie permanent machen, ist falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.