Ganz herzlichen Dank für Ihre Intervention und die bestätigende Frage. – In einem Dorf in dieser Region in Nigeria, von der ich eben sprach, gab es das Ereignis, dass sowohl die Kirche als auch die muslimische Moschee zerstört wurden. Auch die muslimische Moschee war von Muslimen zerstört worden. Da in diesem Fall die besseren Kontakte zu Christen bestanden, haben die Christen geholfen, neben dem Gebäude der Kirche auch die Moschee wiederaufzubauen mit der Folge, dass tatsächlich am Freitag danach der Pastor, der Prediger der Kirche, in der Moschee reden durfte. Das entspricht für mich dem, was Sie gerade geschildert haben, nämlich die Chance zu sehen und die verbindenden Elemente zu fördern. Solche Schritte brauchen wir.
Solche Schritte werden durch die einseitige Bevorzugung von Christen und Christinnen in solchen Anträgen, wie Sie sie hier vorgelegt haben, erschwert.
Wenn ein Kind entführt wird, ist das eine Gräueltat, egal ob es christlich, muslimisch oder atheistisch aufgewachsen ist. Spätestens an dieser Stelle, der Unterscheidung zwischen schützenswerten und nicht schützenwerten bzw. weniger schützenswerten Kindern, wird Ihr angeblicher Einsatz für Menschenrechte ad absurdum geführt.
Als Christ – Sie haben hineingerufen, ich soll mal in der Bibel lesen – gehe ich bei diesem Thema sogar noch einen ganz kleinen Schritt weiter. Ich erlaube mir, denjenigen zu zitieren, der gerade schon zweimal zitiert wurde, nämlich den Gründer unserer Religion, des Christentums. Im Neuen Testament sagt Jesus:
Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen ...
Und dann sind da die Christen aus Nigeria, die ich im Ohr habe, die sagen: Betet auch für Boko Haram! Dann ist es Open Doors, die Sie in Ihren Anträgen mehrfach zitiert haben, die gestern aus Kamerun geschrieben haben: „Bitte betet für unsere Feinde!“ An einer weiteren Stelle heißt es in der Bibel:
Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
Ganz anders ist der Geist Ihres Antrages. In dem Sinne bitte ich Sie als Antragsteller, auch im weihnachtlichen Sinne Ihren Antrag auf die mehrfach betonten christlichen Werte abzuchecken. Herr Lindh hat das vorhin sehr deutlich gemacht.
Ich werde mich jedenfalls weiterhin für Verfolgte jeden Glaubens einsetzen und für sie beten.
Danke schön.