Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Kollegen! Werte Zuschauer an den TV-Geräten und werte zwei Gäste! Der vorliegende Antrag der Grünen „Homeoffice-Gebot … konsequent durchsetzen“ ist schlichtweg abzulehnen. Schon der Titel ist verräterisch und zeigt, in welchen pseudomoralischen Gefilden die Grünen inzwischen mäandern.
Das elfte Gebot „Du hast Recht auf Homeoffice“ brachte uns nicht Moses, sondern realitätsferne grüne Politiker, die als ideologische Fantasten fern der gesellschaftlichen Praxis unterwegs sind.
Derartige moralisch verbrämte Universalansprüche kennen wir bereits aus der grünen Klimareligion.
– Kennen wir.
In dieser besonderen Notsituation, in die die Bundesregierung Wirtschaft und Gesellschaft hineingelenkt hat,
wirkt die quasi hypermoralische Forderung, im Sinne eines elften Gebotes, nach Homeoffice nicht nur deplatziert, sondern ist vielmehr die Eröffnung des Wahlkampfes seitens der Grünen.
Werte Kollegen, worum geht es heute eigentlich? Arbeiten im Homeoffice oder Telearbeit bietet, wenn klug organisiert, für eine begrenzte Zahl von Arbeitnehmern für eine begrenzte Zeitspanne die Gelegenheit, menschliche Arbeit flexibler zu gestalten. Jedoch ist Homeoffice in vielen Bereichen der Produktion, des Handwerkes und auch der Dienstleistungsbranche schlichtweg unmöglich.
Arbeitsabläufe im Rahmen des Homeoffice bedürfen einer besonderen Arbeitsorganisation. Das heißt, sie müssen im Einzelnen aufwendig – und, liebe Grünen, das heißt kostenintensiv – abgestimmt und geplant werden. Folglich sollte die Beurteilung von Homeoffice und dessen Handhabe auch allein den Betriebspartnern überlassen bleiben: den Betriebsräten, den Arbeitgebern.
Selbstverständlich bleibt es den Tarifparteien vorbehalten, im Rahmen der Tarifautonomie entsprechende Regelungen in Rahmenrichtlinien und Tarifverträgen zu vereinbaren. Eine generelle bußgeldbewehrte Verpflichtung jedoch, die den Arbeitgeber zwingt, Arbeitnehmer ins Homeoffice zu schicken, birgt allerdings erhebliche Nachteile für die Beschäftigten selbst. Vorrangig liegt nämlich die Pflicht zur Gesunderhaltung und zu entsprechendem Arbeitsschutz bei der Regierung und bei den Arbeitgebern. Sie haben die Voraussetzung für ein gesundes Arbeiten im Betrieb zu schaffen.
Darüber hinaus gefährden der erzeugte Bürokratieaufwuchs und die geforderte Denunziationshotline das Fortbestehen der eh schon existenzbedrohten Betriebe und damit auch deren Arbeitsplätze. Kurzum: Das grüne Homeoffice-Gebot gefährdet die Arbeitsplätze!
Man merkt deutlich: Der vorliegende Antrag ist das Machwerk realitätsferner Gesellschaftsplaner,
die die Bedürfnisse des modernen Arbeitnehmers gänzlich aus den Augen verloren haben. Vielmehr dient die von den Grünen geforderte Homeoffice-Breitenlösung vorwiegend dem Interesse des Arbeitgebers. Es droht die Ausdehnung der Arbeitszeit, die Entgrenzung von Arbeitszeit und Freizeit, sodass die Arbeitnehmer massiv in die gesundheitsgefährdende Ausbeutung, nämlich Selbstausbeutung, getrieben werden. Von einem familienfreundlichen Rechtsanspruch auf Nichterreichbarkeit des Arbeitnehmers im Homeoffice steht im Antrag vorsorglich erst gar nichts drin.
Abschließend: Die populistische Forderung der Grünen, die Beamten und Besserverdienenden ins Homeoffice zu senden,
um deren Work-Life-Balance zu verbessern, dient einzig und allein dem Umgarnen der besserverdienenden Wählerschicht.
Eins ist gewiss, meine Damen und Herren: Die mühselig beladenen Arbeitnehmer, die unter widrigsten Bedingungen in den Betrieben weiterarbeiten, und natürlich die Besserverdienenden sind bei uns in der AfD als Partei der Arbeitnehmer herzlich willkommen.
Zum Schutz der deutschen Arbeitnehmerschaft erteilen wir den grünen Sozialexperimenten eine klare Absage!
Ich bedanke mich bei Ihnen. Frohes Aufregen!