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209. Sitzung
Donnerstag, 11. Februar 202119. Wahlperiode, 209. SitzungAus BioNTech-Erfolg lernen – Aktionsprogramm für den Gentechnik-Standort Deutschland vorlegen
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Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Thema dieser Debatte ist mal wieder Gentechnik, ein ebenso wichtiges wie kontrovers diskutiertes Thema; denn es geht um mehr oder weniger gezielte Veränderungen des Erbguts von Lebewesen. Wobei ich mich als Tierärztin schon manchmal wundere, wie locker-flockig manche darüber reden – wir haben es ja auch eben gehört –; denn am Erbgut sollte man nun wirklich nicht einfach so herumschrauben, als ob es eine Maschine wäre.

Beifallbei der LINKEN

Und dass dabei immer nur Gutes herauskommt, ist auch einer der Gentechmythen, die so absichtsvoll verbreitet werden; denn das Genom ist und funktioniert weit komplexer als manche Gentechnikdebatte, und es sind höchstens die Grundlagen seiner Funktionalität bekannt. Deshalb sind halt Folgen einer technischen Veränderung oft nicht so ohne Weiteres direkt vorhersehbar oder deren Ergebnis absehbar.

Es stellen sich auch ethische Fragen; denn es geht um den Eingriff in den Bauplan des Lebens, andere sagen: in die Schöpfung. Damit wird eben – gewollt oder ungewollt – auch die Tür zu einem genetisch optimierten Menschen aufgemacht. Das, finde ich, ist ein Albtraum.

Beifallbei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der AfD

Umso mehr müssen Potenziale und Gefahren dieser Risikotechnologie sehr genau abgewogen werden. Aber die Gentechlobby verharmlost absichtsvoll diese Risiken.

Beifalldes Abg. Harald Ebner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Es wird zum Beispiel so getan, als gäbe es keinen Unterschied zwischen den eher kontrollierbaren Risiken der Gentechnik in geschlossenen Systemen, zum Beispiel bei der Impfstoffentwicklung im Labor, und den unkontrollierbaren Risiken bei gentechnisch veränderten und vermehrungsfähigen Organismen in Land- und Forstwirtschaft oder der Fischerei. Dabei ist unkontrollierte Ausbreitung keine Theorie. Gerade jetzt wurde wieder ein gentechnisch veränderter Leinsamen, Triffid genannt, in Baden-Württemberg nachgewiesen. Vermutlich war schon das Saatgut verunreinigt. Er war zuletzt 2009 aufgetaucht und sorgte damals für Rückrufaktionen in 28 Ländern, wie der Informationsdienst Gentechnik berichtet. Auch solche Albträume müssen verhindert werden.

Beifallbei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Gerade die Agrogentechnik ist ganz klar eine Hochrisikotechnologie, die reguliert und kontrolliert gehört, zumal sich viele Heilsversprechen der Agrogentechniklobby gar nicht erfüllt haben.

Es ging wohl mehr um Profitversprechen für Gentechkonzerne,

Ach, Quatsch! Unsinn!

und das ist inakzeptabel.

Beifallbei der LINKEN sowie des Abg. Harald Ebner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Trotzdem feiern Heilsversprechen mit den sogenannten neuen gentechnischen Verfahren fröhliche Auferstehung. Wieder soll der Hunger der Welt beseitigt werden, und jetzt muss auch noch die Klimakrise herhalten. Aber das ist durchsichtig. Gegen Kritik wird dann gern Wissenschaftlichkeit eingefordert, wobei wissenschaftlich natürlich nur das ist, was die eigenen Glaubenssätze bestätigt.

Genau! Richtig!

Auch das ist absurd.

Die FDP will nun diese Risikotechnologie entfesseln. Ich übersetze das mal: Der Schutz vor gesundheitlichen und ökologischen Gefahren soll aufgeweicht werden, und dafür sollen die Profite entfesselt werden. Genau da macht Die Linke nicht mit.

Vielen Dank.

Beifallbei der LINKEN

Immer schon der Vergangenheit zugewandt!

Nächster Redner ist der Kollege Harald Ebner, Bündnis 90/Die Grünen.

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