Natürlich gibt es da eine Antwort. Es ist sehr vielschichtig. Die Pflanzenschutzmittel betreffen viele Segmente; es sind Insekten, es sind Bakterien, es sind Viren, es sind auch Herbizide dabei; da gibt es ganz verschiedene, das ist vielschichtig. Was Sie pauschal hier fordern, ist einfach sehr pauschal.
Zweitens. Natürlich ist die Wirkung überall dieselbe; das ist ja völlig richtig. Aber Sie haben überall auch einen anderen Gewinn von dieser Sache, beispielsweise wenn Sie um Ihr Überleben kämpfen. Vorhin haben wir gehört: Ungefähr 11 000 Tote gibt es beim unsachgemäßen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf der Welt. Deshalb bin ich auch sehr dankbar, dass Herr Kekeritz dieses Thema aufgebracht hat.
Aber wir haben ungefähr 600 Millionen bis 800 Millionen Hungernde. Das ist das Gegengewicht, was Sie auch sehen müssen. Man kann das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, was Sie hier tun.
Ihr Antrag ist pure Beipackzettelphilosophie. Sie beschäftigen sich mit den Nebenwirkungen, aber den Hauptwirkungen nicht. Haben Sie sich jemals gefragt: Warum werden diese Mittel eigentlich bestellt? Warum werden sie eigentlich gekauft? Was ist eigentlich der Hauptzweck dieser Mittel? Die Länder bestellen das doch nicht, um sich zu vergiften, sondern weil sie Pflanzenschutz betreiben müssen, weil sie so viele Antagonisten haben, gegen die sie sich wehren müssen.
Die Lebenserwartung in Afrika ist in den letzten zehn Jahren um fünf Jahre gestiegen – das ist ein Riesenerfolg –, auch durch gute Ernährung und durch gesicherte Ernährung.
Das sollten wir auch akzeptieren und respektieren.
Ich habe Sie im Ausschuss gefragt: Was machen Sie denn gegen die großen Heuschreckenschwärme? Wie wollen Sie die bekämpfen? – Da haben Sie gesagt: Ja, dann machen wir eine Ausnahme von unserem Exportverbot. – Aber dann haben Sie auch gar keine Produktionskapazitäten mehr in Deutschland. Deshalb ist Ihr Antrag nicht zu Ende gedacht, und deshalb werden wir ihn ablehnen.
Für die Fraktion Die Linke hat nun Dr. Kirsten Tackmann das Wort.