Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Beim Lesen des Antrags der FDP habe ich zuerst gedacht: Super, da ist der Groschen gefallen; schließlich steht am Anfang des Antrags, dass die verschiedenen Antriebstechnologien alle „ihre Vor- und Nachteile“ hätten – ich darf zitieren –, „je nach Nutzungsprofil und Anwendungsgebiet“.
Wäre der Antrag der FDP an der Stelle zu Ende und würde er vielleicht noch verweisen auf die Antworten, die Bündnis 90/Die Grünen vom Ministerium bekommen haben, wäre es tadellos. Leider hört er da nicht auf. Angesichts der Dramatik der Klimakrise will ich sehr deutlich sagen: Wir brauchen alle Klimatechnologien, aber wir brauchen nicht alles überall; das ist der springende Punkt.
Das heißt, wir müssen sie – eigentlich eine Binsenweisheit – dort einsetzen, wo wir sie am effizientesten nutzen können.
Ich rate Ihnen: Lesen Sie das „manager magazin“, lesen Sie das „Handelsblatt“ – ich glaube, über jeden grünen Verdacht erhaben –: Gegenwärtig gibt ein Autohersteller nach dem anderen den Ausstieg aus Benzin- und Dieselmotoren bekannt,
gestern Volvo, wo man bereits 2030 aussteigen möchte. Sogar General Motors gehört dazu. Und – man höre und staune – VW und Audi setzen zunehmend auf E-Mobilität. Andere folgen.
Umso verblüffender finde ich es, dass Sie offensichtlich auch jedes Gespür für Effizienz und für Preise verloren haben. E-Fuels sind viel zu teuer fürs Auto; deshalb setzen ja auch immer mehr auf die Batterie. Jetzt wollen Sie Subventionen abbauen. Gebongt, kann ich da nur sagen. Aber fangen wir doch beispielsweise einmal bei den 8 Milliarden Euro für den Diesel an!
Warum machen Sie da nicht mal den Vorschlag und sagen: „Lassen Sie uns schrittweise das Dieselprivileg abbauen!“? Wo ist denn da die Technologieoffenheit? Davon kann ich nichts erkennen. Sie schreiben: „Fossile Kraftstoffe können 1 : 1 durch synthetische Kraftstoffe ersetzt werden“,
wischen dabei aber beiseite, dass wir für die Herstellung der E-Fuels Strom brauchen, und zwar deutlich mehr Strom. Der Wirkungsgrad der E-Fuels direkt im Auto – ich kann es nur noch einmal wiederholen; Sie haben es schon ein paarmal gehört –, im Pkw-Bereich liegt bei 10 bis 15 Prozent.
Damit alle draußen auch wirklich verstehen, was der Vorschlag ist: Wer glaubt, E-Fuels fürs Auto würden irgendwann mal billiger als Strom, der glaubt auch daran, dass die Bäckerin ihr Brot billiger verkaufen kann, als das Mehl kostet. Das geht einfach mathematisch nicht, meine Damen und Herren.
Also, ein Vorschlag zur Güte: Überall dort, wo wir den erneuerbaren Strom direkt einsetzen können, müssen wir das machen. Das geht nicht überall. Umso verwunderlicher – –