Frau Bundeskanzlerin, zunächst muss ich Ihnen meinen tiefen Respekt und meine Anerkennung aussprechen.
Denn ich glaube, in diesem Land ist etwas verloren gegangen, nämlich das, was sich Fehlerkultur nennt. Sie tragen die Verantwortung für einen Fehler – das haben Sie gesagt –, der gemacht wurde. Ich glaube aber – das hat auch Michael Kretschmer vor wenigen Minuten gesagt –, dass auch die gesamte Ministerpräsidentenrunde die Verantwortung für diesen Fehler trägt. Deswegen will ich sagen: Sie tragen die Verantwortung für diesen Fehler nicht allein. Jetzt gilt es aber, nach vorne zu schauen. Dieser Fehler ist korrigiert; es ist erledigt. Jetzt gilt es vor allen Dingen, Analyse zu betreiben, wie wir besser werden können.
Viele Menschen in unserem Land sind seit zwölf Monaten konsequent, konkret, die ganze Zeit im Kampf gegen dieses Virus, das unser eigentlicher Gegner ist. Da denke ich an das DRK, das THW, die Malteser, die Bundeswehr und an alle, die im Einsatz sind, etwa beim Impfen und beim Testen, was den ganzen Tag läuft; das muss man auch einfach mal sagen.
Und deswegen ist meine Frage ganz konkret, welche Vorstellung Sie darüber haben, wie im Rahmen von Lessons learned, wie eine mögliche Bewertung, Neubewertung und Neuaufstellung des Bevölkerungsschutzes und Zivilschutzes in diesem Land aussehen könnten angesichts der Erfahrungen, die wir in den letzten zwölf Monaten gemacht haben. Dass nicht alles gut ist, ist klar. Aber ich glaube, es ist wichtig, jetzt auch daraus zu lernen.