Herr Präsident! Frau Staatsministerin Grütters! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kultur ist weit mehr als das, worüber das Feuilleton berichtet. Kultur, das sind die elementaren Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Eben deshalb wäre es so wichtig, endlich eine hysteriefreie Debatte über die deutsche Leitkultur zu führen. Eben deshalb ist auch die sogenannte Willkommenskultur zwar gut gemeint, aber in ihrer grenzenlosen Naivität so gefährlich.
Angesichts des gewaltigen Migrationsdrucks von Hunderten Millionen kulturfremden Menschen auf Deutschland und Europa in den kommenden Jahrzehnten
ist nichts wichtiger als die kulturelle Selbstvergewisserung: Woher kommen wir? Wer sind wir? Wer wollen wir sein?
Eine verantwortungsvolle Kulturpolitik würde zur Debatte über die eigene kulturelle Identität ohne Denkverbote und permanente Nazikeule ermutigen, zentral geführt am Berliner Humboldt Forum, aber auch sonst überall im Land. Stattdessen kündigen Sie in Ihrem Koalitionsvertrag eine Agenda für Kultur und Zukunft an, die sich für Integration, Inklusion und Gleichstellung einsetzen und gegen den Populismus wenden will. Mit anderen Worten: Sie setzen die Ideologisierung der Kultur- und Medienpolitik fort, die das Kulturleben in den Dienst der allmählichen Schleifung unserer nationalen Identität stellen und diesen Verlust der Heimat propagandistisch begleiten will.
Ihre Politik, werte Kollegen von der GroKo und von der linksgrünen Pseudoopposition,
baut Deutschland Schritt für Schritt zum Jedermannsland um. Wie bewusst, ist nicht immer klar festzustellen. Aber das ist das Ergebnis. Und Sie haben damit einen Kulturkampf eröffnet, nicht die AfD. Wir reagieren darauf.
Werte Frau Grütters, wenn Sie in einem Vorwort zu 15 kulturpolitischen Thesen von der angeblich rassistischen „Ideologie des Eigenen“ sprechen und ihr Weltoffenheit und Vielfalt entgegensetzen, so erkennen Sie doch bitte das zutiefst Törichte einer solchen Verkürzung. Weltoffenheit ist schön und gut und richtig. Aber wer nur weltoffen ist, ohne Kern und ohne Identität, wird sich schon bald in nichts aufgelöst haben.
Dort, wo Sie konkrete Ziele formulieren, sind diese zumeist schädlich für Kunst und Kultur, weil ihnen ganz fremd und an sie herangetragen. Nicht eine als Geschlechtergerechtigkeit getarnte Frauenquote darf doch das Kriterium für Kunstförderung sein, sondern ausschließlich Originalität und künstlerische Qualität,
egal ob von Männern oder Frauen kommend.
Die AfD wird sich dieser Ideologisierung in der Kulturförderung wie auch dem überbordenden Einfluss der Parteien auf die öffentlich-rechtlichen Medien entgegenstellen. Sie wird sich zum Anwalt all der Kulturschaffenden machen, die an dem zunehmenden Verlust der geistigen Freiheit in diesem Land leiden und nach Luft zum Atmen ringen; das sind in diesem Land nicht wenige – Gott sei Dank.
Vielen Dank, meine Damen und Herren!