Ich freue mich, dass Sie den Fokus auch mal auf Afrika lenken. Die Zahlen sind ja, glaube ich, unsere Zahlen.
Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde. Meine Aufgabe ist es, genau darauf den Blick zu richten, statt unsere Möglichkeiten auszuspielen gegen das, was wir in den Entwicklungs- und Schwellenländern tun. Wir können die Pandemie weltweit besiegen, aber mit einem anderen Ausmaß des internationalen Engagements, als das bisher der Falle ist.
Sie haben mit diesen Zahlen darauf aufmerksam gemacht: Es ist eine Polypandemie. – Durch den Lockdown in diesen Ländern brechen Versorgungsketten zusammen, zum Beispiel im Bereich Medikamente. Die Experten gehen von 2 Millionen Toten durch fehlende Impfstoffe gegen Masern, Tuberkulose, Malaria aus. Das sind die Folgewirkungen. Es sterben auf dem afrikanischen Kontinent derzeit wesentlich mehr Menschen durch die Folgen des Lockdowns als durch das Fehlen der Coronaimpfstoffe.
Ich möchte an der Stelle aber auch sagen: Gott sei Dank haben sich die Vorhersagen von dramatischen Auswirkungen der Coronapandemie auf Afrika mit einigen Ausnahmen bisher nicht bestätigt. Offensichtlich weil wir dort eine sehr junge Bevölkerung haben; nur 6 Prozent der Menschen sind im Durchschnitt über 60 Jahre. Darauf stützt sich meine Begründung von vorhin: Wir kämen einen ganz entscheidenden Schritt voran, wenn 20 Prozent der Bevölkerung in diesen Ländern geimpft wäre; dann hätten wir nämlich die ältere Bevölkerung komplett geimpft. Das ist möglich, das ist auch zu finanzieren und umzusetzen.
Sie haben die Möglichkeit zur Nachfrage.