Also, nach meinem Kenntnisstand ist es so, dass es zunächst mal auf den Impfstoff ankommt. Die mRNA-Impfstoffe können relativ schnell produziert werden, innerhalb weniger Wochen; das ist auch ein großer Vorteil. Die Produktion von Vektorimpfstoffen ist deutlich aufwendiger, weil sie in einem Bioreaktor entstehen; deshalb braucht deren Fertigstellung länger, das heißt, man muss entsprechend mehr Zeit einräumen. Natürlich muss ein solcher veränderter Impfstoff bis zur Zulassung auch wieder Studien durchlaufen; wenn diese erfolgreich abgeschlossen sind, kommt am Ende die Zulassung.
Mein Eindruck ist nicht, dass die Zulassung, also das administrative Verfahren am Schluss, sozusagen der zeitliche Bottleneck ist; vielmehr hängt es mit der Mindestlaufzeit der Studien zusammen. Nachdem die Studienteilnehmer den Impfstoff bekommen haben, braucht es eine gewisse Beobachtungszeit; da verlieren wir sozusagen in notwendiger und nicht veränderbarer Weise die meiste Zeit. Nach Vorliegen der Erkenntnisse rechnet man mit vier bis fünf Monaten bis zur Zulassung; das benötigt in dem Ablauf die längste Zeit.
Wir haben, glaube ich, was diese administrativen Dinge angeht, im Dezember, als es um die BioNTech-Zulassung ging, gezeigt, dass die EMA und das Paul-Ehrlich-Institut das ordentliche Verfahren sehr, sehr schnell durchführen können. Und in einer ganz schwierigen Situation steht auch immer noch eine Notzulassung als Möglichkeit im Raum. Das ist die schlechtere Variante; aber auch die kann man erwägen, wenn es die Situation erfordert.