Frau Bundeskanzlerin, das ist ja die letzte Regierungsbefragung in Ihrer historischen Kanzlerschaft. Das hat den Vorteil, dass Sie in den Debatten über die nächste Legislaturperiode in den nächsten Wochen nicht selbst Partei sein werden und deshalb ganz objektiv über die Lage sprechen können.
Wir haben ja in den letzten Wochen zwei interessante Wortmeldungen gehabt. Wir hatten ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Klimapolitik, also zur Dekarbonisierung, dessen Kern ja war, dass heutige Generationen bei absehbaren Herausforderungen nicht zulasten künftiger wirtschaften dürfen. Wir hatten zweitens den Wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium, der ein erhebliches Finanzierungsloch bei der Rente konstatiert hat, wenn in den nächsten Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen.
Vor dem Hintergrund lautet meine Frage: Wir haben im Bundeshaushalt, über den Sie gerade gesprochen haben, jetzt schon über 100 Milliarden Euro Rentenzuschuss, und wir wissen: Der wird dramatisch steigen. – Wenn man das nicht will und nicht will, dass alle Menschen zwangsweise länger arbeiten müssen oder dass die Beiträge explodieren: Glauben Sie, dass sich die Rentenpolitik der letzten Jahre in der nächsten Dekade und in der nächsten Legislaturperiode dann wird fortsetzen lassen?