Ja, ich war halt Umweltministerin zu dem damaligen Zeitpunkt.
Wir hatten das Kyoto-Abkommen damals als rechtliche Grundlage. Wir hatten zu dem Zeitpunkt schon, glaube ich, die Verpflichtung, zwischen 1990 und 2010 in Deutschland den CO2-Ausstoß um 20 Prozent zu reduzieren. Die IPCC-Berichte sind in der Folgezeit immer drängender geworden. Das hat dazu geführt, dass wir den Beschluss gefasst haben, die CO2-Emissionen zwischen 2010 und 2020 noch mal um 20 Prozent zu reduzieren, also unsere Anstrengungen zu verdoppeln.
Bedenkt man dabei, dass in die Zeit von 1990 bis 2010 ja die deutsche Einheit mit dem Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft in den neuen Bundesländern fiel, war dieses Ziel, 2010 bis 2020 so vorzugehen, anspruchsvoll, und das haben wir dann – ich weiß nicht mehr, ob das unter Rot-Grün so beschlossen wurde, wahrscheinlich in der Regierungszeit von Gerhard Schröder – sofort übernommen. Das heißt also, wir haben unsere Anstrengungen verdoppelt.
Jetzt werden wir mit dem Klimaschutzgesetz, das morgen verabschiedet werden wird, von 40 auf 65 Prozent in zehn Jahren gehen. Und da wir wissen, dass es mit Sicherheit nicht leichter wird, sind das also wachsende Ambitionen über die Dauer meiner politischen Tätigkeit. Darin, würde ich sagen, drückt sich eine gewisse Dringlichkeit aus, ja.