Damit, dass verschiedene Varianten auftauchen können, müssen wir rechnen, solange nicht die gesamte Weltbevölkerung geimpft ist.
Jetzt will ich noch mal versuchen, zu ordnen, was Sie jetzt hier gesagt haben.
Erstens. Wenn ein PCR-Test positiv ist, dann hat der Betroffene SARS-CoV-2.
Zweitens. Mit einem PCR-Test ist ein Ct-Wert verbunden. Es geht um irgendeine Konzentration in Abhängigkeit von der Zeit. Dieser Ct-Wert kann über oder unter 25 liegen. Ist er unter 25, ist der Mensch ansteckend, ist er über 25, ist er nicht ansteckend. Sie wissen aber nicht, in welchem Moment des Krankheitsverlaufes Sie diese Messung machen, ob er morgen also einen niedrigeren oder einen höheren Ct-Wert hat. Davon hängt aber ab, ob er morgen noch ansteckend ist oder nicht. Das heißt, im Grundsatz ist der PCR-Test immer ein hervorragender Indikator für die Antwort auf die Frage, ob jemand krank ist, und wenn ich mir den Ct-Wert im Zeitverlauf angucke, dann kann ich sagen, wann man mit großer Wahrscheinlichkeit ansteckend ist und wann nicht.
Jetzt fragen Sie nach der Inzidenz. Das ist ja was ganz anderes. Die Inzidenz ist die Zahl der Menschen pro Hunderttausend Einwohner, die in den letzten sieben Tagen einen positiven PCR-Test hatten. Bezogen auf diese Inzidenz ergab sich bei den bisherigen Varianten die Evidenz – ich hole die Zeit bei der nächsten Frage wieder rein –, dass die Häufigkeit eines Krankenhausaufenthaltes, die Häufigkeit von schweren Krankheitsverläufen und die Häufigkeit von Long Covid soundso hoch waren.
Durch das Impfen wird sich das ändern. Das heißt, dass die Zahl der belegten Intensivbetten in dieser und jener Weise von der Inzidenz abhängt, was wir im letzten Winter gesehen haben, wird nicht mehr eins zu eins gelten. Wie das sein wird, wie viel weniger schwere Verläufe es aufgrund der einzelnen Impfstoffe geben wird und wie viele andere Menschen man anstecken wird, selbst wenn man selber nicht schwer erkrankt, hängt von der Impfquote ab, also davon, wie viele Menschen sich impfen lassen. Je mehr sich impfen lassen, umso leichter haben wir es. Es wird sich durch das Impfen aber verändern, und deshalb kann ich für den Herbst dieses Jahres noch keine Aussage treffen.