Ich finde, hier sind sehr bedenkenswerte Reden gehalten worden, in denen schon unterschieden wurde. Die eine Frage ist: Was ist die Motivation, in einen solchen Einsatz zu gehen? Natürlich muss ich dazu eine gut ausgerüstete Armee haben. Ich glaube zum Beispiel, dass wir bei MINUSMA/Mali mit unserer Heron-Aufklärungsdrohne Hervorragendes leisten, dass wir Fähigkeiten haben, über die andere Bündnispartner dort nicht verfügen. Ich weiß, wie sehr das geschätzt wird. Da hätte man eher fragen können: Müssen die Schnittstellen mit Barkhane und mit anderen Einsatzkräften nicht noch besser werden?
Müssen wir die Afrikaner mehr ertüchtigen? Wir haben eine Ertüchtigungsmission für die afrikanischen Sahel-Armeen gemacht, und ich arbeite seit vielen Jahren dafür, dass der G‑5-Sahel-Truppe ein Artikel-7-Mandat gegeben wird. Wir sind bis jetzt nicht erfolgreich gewesen. Aber ich werde das weiter tun, weil ich glaube, dass wir noch stärker in diese Ertüchtigungs- und Ausbildungsrolle hinein müssen. Wir können nicht alles selber machen, auch weil die kulturellen Gegebenheiten der Region – das gilt für Mali, das gilt für Niger, das gilt aber auch für Afghanistan – ganz besondere sind. Und man muss sagen: Wenn etwas auch Erfolge gezeigt hat, dann war das der Angang mit dem Training und mit der Ausbildungsmission in Afghanistan. Ich habe das als einen großen Fortschritt empfunden.
Es ist natürlich bedauerlich, dass wir jetzt abziehen. Aber das war keine allein deutsche Entscheidung. Andere zu ertüchtigen, das halte ich weiter für wichtig.
Ansonsten haben wir auch Assets, um die uns manche vielleicht nicht beneiden, aber die manche sehr gerne mitnutzen.