Herr Kollege Frei, dass Sie mich nicht verstanden haben, habe ich an Ihren Ausführungen festgestellt. Deshalb versuche ich, noch mal zu erklären, worum es mir geht.
Mit der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes im März letzten Jahres hat der Gesetzgeber die Idee verfolgt, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Jetzt steht da: eine erhebliche Belastung des Gesundheitssystems. Die Idee war und ist immer noch: Wenn alle vulnerablen Gruppen und die Älteren, zu denen ich auch gehöre, geimpft sind – jeweils bei einer Quote von ungefähr 85 Prozent –, dann besteht keine Gefahr mehr, dass das Gesundheitssystem überlastet würde, weil die jüngeren Jahrgänge, selbst wenn sie infiziert sind, nur einen schwachen Verlauf haben, wenn sie überhaupt Symptome zeigen – je jünger, desto weniger intensiv. – Das ist die Idee der Dänen, die vor acht Wochen genau dem gefolgt sind. Sie haben erklärt: Wir haben alle über 50‑Jährigen, soweit sie wollten, geimpft; deshalb können wir alle Maßnahmen aufheben. – Zum 10. September heben sie alle Maßnahmen auf, weil klar ist: Das Gesundheitssystem kann nicht überlastet werden.
Jetzt steht die spannende Frage im Raum: Warum machen wir das nicht in gleicher Weise? Was ist die Sorge, die Sie haben? Das müssten Sie der deutschen Bevölkerung vielleicht erklären. Wann ist denn der Punkt erreicht, bei dem Sie sagen: „Wir hören mit allen Maßnahmen auf.“? Wenn alle Null- bis Zwölfjährigen geimpft sind? Oder wie soll ich mir das vorstellen?