Geschätzter Herr Kollege Kubicki, bei allem Respekt, Sie haben mir eine gesundheitliche Frage gestellt und haben eine eigene Einschätzung gegeben. Ich würde Ihnen in gesundheitspolitischer Hinsicht höchstens ein bisschen mehr vertrauen als dem Bundesaußenminister, aber ich würde mich nicht darauf verlassen. Deswegen will ich Ihnen ganz klar sagen: Natürlich haben wir Menschen in unserer Gesellschaft, die sich nicht impfen lassen können. Dazu gehören beispielsweise Schwangere, dazu gehören bestimmte Krankheitsindikationen, und dazu gehören auch 9 Millionen Kinder unter zwölf Jahren, für die ich diese pauschale Aussage, dass sie in dieser Situation ungefährdet sind und eine Durchseuchung völlig unproblematisch wäre, unverantwortlich finde. Deswegen schließe ich mich dem ausdrücklich nicht an.
Herr Kleinwächter, ich kann nur noch mal das Gleiche wiederholen: Es gibt eine umfassende Schutzstrategie, es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie man das machen kann und wie man darlegen kann, dass man nicht infektiös ist. Das Ganze ist immer auch eine Frage von Ressourcen, eine Frage von Geld. Wir geben allein für Testungen Milliardenbeträge in diesem Jahr aus.
Deswegen, glaube ich, ist es sinnvoll, sich hier auch entsprechend zu konzentrieren.
Damit wäre ich am Ende der Fragen. – Lassen Sie mich an dieser Stelle einen letzten Punkt anführen: Wir haben in diesem Gesetz auch deutlich gemacht, dass es ein Fragerecht des Arbeitgebers geben muss, beispielsweise in Seniorenheimen, in Kitas, in Schulen. Dass wir es nicht geschafft haben, das auch auf andere Arbeitgeber zu übertragen, finde ich sehr, sehr bedauerlich. Ich will nur an einem Beispiel demonstrieren, was es bedeutet: Gehen Sie als Gast in ein Restaurant, dann müssen Sie geimpft sein, dann müssen Sie getestet sein. Aber der gleiche Wirt darf seinen Koch und seinen Kellner nicht fragen, ob er geimpft oder getestet ist. Das ist doch an Absurdität überhaupt nicht zu überbieten.
Deswegen finde ich es schlimm, dass wir das allein deshalb nicht hingekriegt haben, weil die Gewerkschaften dagegen waren. Mit Klientelpolitik sollten wir Schluss machen.
Herzlichen Dank.