Herr Kollege, ich habe nicht gesagt, dass es die Landwirte sind.
– Lassen Sie mich doch aussprechen, Herr Kollege! – Danke. Ich habe Sie doch auch ausreden lassen.
Ich habe gesagt, dass das ein Ergebnis der Megaställe und der Antibiotikaüberbehandlung ist; das ist nachgewiesen.
Ich habe Ihnen doch gerade gesagt: An allen Stellen wurden antibiotikaresistente Keime gefunden. Finden Sie das nicht alarmierend? Ich jedenfalls finde das alarmierend.
Die Ursache ist der Antibiotikaübergebrauch.
Danke schön. – Ich setze meine Rede jetzt fort.
Die Menschen sorgen sich und fragen sich zu Recht, ob sie selbst und ihre Kinder im Sommer in Badeseen noch unbesorgt schwimmen gehen können. Wie ich gerade gesagt habe, finde ich das alarmierend.
Wer profitiert von dieser Politik? Wer profitiert von der Exportorientierung und der Subventionspolitik? Es sind die Großbetriebe, und das auf Kosten der Verbraucherinnen und Verbraucher, auf Kosten der regionalen Betriebe und auf Kosten der Gesundheit der Menschen.
Die Linke sagt: Damit muss Schluss sein. Die Bundesregierung kniet vor der Agrarlobby. Stehen Sie endlich auf!
Die regionalen, ökologisch nachhaltig arbeitenden Betriebe brauchen unsere Unterstützung. Wir brauchen insgesamt eine deutliche Erhöhung der Mittel für die ländliche Entwicklung. Davon profitieren die regionalen Wirtschaftskreisläufe, die Kommunen, die Regionen, die Menschen und auch die Tiere.
Als Tierschützerin möchte ich hier noch etwas sagen: Es sind insbesondere der Konkurrenzkampf und der Preisdruck unter den großen Landwirtschaftsbetrieben, die zu den überlangen, qualvollen Tiertransporten führen. Tiere werden quer durch Europa und ins Ausland gekarrt, weil der eine Abnehmer zum Zeitpunkt X ein paar Cent mehr pro Kilo zahlt. Ja, wo leben wir denn? Das sind keine Pakete, das sind Lebewesen,
die Hunger haben, die Durst haben, die Schmerzen fühlen und die Angst empfinden. Glauben Sie mir: All das fühlen die Tiere auf den überlangen Transporten. Da nutzt auch das Bild vom lächelnden Schwein auf den Tiertransportern nichts. Damit muss Schluss sein.
Die Linke fordert daher eine Begrenzung der reinen Transportzeiten auf maximal vier Stunden. Mit dieser Maßnahme kommen wir automatisch weg von den riesigen Massenschlachtereien, wo im Akkord täglich Tausende Tiere geschlachtet werden, und hin zu einer regionalen Schlachtung in kleinen Betrieben.
Ich möchte zu einem anderen Thema kommen. Als verbraucherschutzpolitische Sprecherin meiner Fraktion erreichen mich in diesen Tagen viele Anfragen zum Thema Mikroplastik in Lebensmitteln. Nachdem nun im Mineralwasser aus Plastikflaschen zum Teil Tausende Teilchen Mikroplastik pro Liter nachgewiesen werden konnten und Plastik auch in Honig und Meersalz gefunden wurde, fragen sich viele Menschen, welche Auswirkungen das auf ihre Gesundheit hat. Die Menschen sind beunruhigt, und das kann ich gut verstehen, umso mehr, weil aktuell keiner eine Antwort auf diese Frage hat. Die Linke fordert die Bundesregierung auf, sofort zu handeln und Fördermittel für die Forschung bereitzustellen. Wir müssen wissen, in welchen Lebensmitteln Mikroplastik noch enthalten ist, wie es hineingelangt, welche Auswirkungen es auf den Menschen hat und vor allem wie wir das Plastik aus unserer Nahrung heraushalten können; denn da hat es überhaupt nichts zu suchen.
Dieses Land erlebt nun schon das 13. Regierungsjahr unter einer von Frau Merkel geführten Koalition. Für die Landwirtschaft und die Umwelt, aber auch für die Verbraucherrechte waren das keine guten Jahre. Wir als Linke werden weiter an der Seite der Verbraucherinnen und Verbraucher, der Verbände, der Initiativen und der Menschen in diesem Land stehen und weiter dafür kämpfen, dass die Menschen und die Natur an erster Stelle stehen und nicht der Profit der großen Konzerne.
Danke schön.
Lassen Sie sich Zeit.