Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es gibt Menschen, die mit Chromosomenanomalien geboren werden, zum Beispiel mit dem Turner-Syndrom. Diese Menschen sind biologisch intersexuell. Sie suchen sich das nicht aus. Sie brauchen Hilfe, mit allen Möglichkeiten der modernen Medizin, zum Beispiel mit Hormontherapien gegen körperliche Leiden. Das Schäbige ist, dass die Genderideologen deren Schicksal nun instrumentalisieren. Sie wollen ihren ideologischen Irrsinn durch die Hintertür einführen, und sie wollen uns weismachen, dass man das Geschlecht letztlich frei wählen kann: morgens Mann, abends Frau und bei Vollmond noch ganz anders.
Die Existenz biologisch intersexueller Menschen beweist aber genau das Gegenteil: Geschlecht ist ein angeborenes biologisches Schicksal. Das ist keine Lifestyleentscheidung verwirrter Akademiker.
Das Bundesverfassungsgericht hat im Oktober 2017 entschieden: Intersexuelle Menschen müssen einen positiven Geschlechtseintrag im Personenstandsregister bekommen können. Die Genderideologen – allen voran Bundesverfassungsrichterin Baer als bekennende Queer-Aktivistin der ersten Stunde – haben auf dieses Urteil sehr lange hingearbeitet.
Sie hatten und haben nur ein Ziel: Sie wollen die Zweigeschlechtlichkeit grundsätzlich abschaffen, und ihre ideologischen Verbündeten von links bis in das Herz der Union hinein werden das jetzt umsetzen.
Im Grundgesetz gibt es aber nur Männer und Frauen. Es werden zum Teil sogar unterschiedliche Rechtsfolgen daran geknüpft. Die ausgesetzte Wehrpflicht galt nur für Männer, und die Fürsorgepflicht für Frauen als Mütter aus Artikel 6 Grundgesetz gilt nur für Frauen. Das Grundgesetz kennt zwei Geschlechter und nicht viele, und das ist auch gut so.
Das Urteil ließe sich dennoch schnell, problemlos und vor allem unideologisch umsetzen. Sie benutzen ja die Bezeichnung „divers“ anstatt „inter“. Sie müssten „intersexuell“ sagen; das wäre korrekt. Aber Sie benutzen eben ganz bewusst den Begriff „divers“. Sie öffnen mit diesem Begriff ganz entschieden die Tore für den ganzen genderideologischen Stuss, der da dranhängt. Es geht Ihnen um einen Kreuzzug gegen die Zweigeschlechtlichkeit, um einen Kreuzzug gegen die Biologie und gegen die Natur des Menschen schlechthin.
Wohin das führt, zeigen die Äußerungen der Regierungsvertreter: Horst Seehofer will Kinder mit 14 Jahren entscheiden lassen, wie sie im Personenstandsregister geführt werden wollen: ob als „Junge“, als „Mädchen“ oder als „divers“. Die sind zu unreif für den Führerschein und dürfen sich kein Bier kaufen, aber sie sollen ihr Geschlecht neu definieren können. Nach Justizministerin Barley geht das natürlich auch schon unter 14 Jahren und auch gegen den Willen der Eltern – klar. Meine Damen und Herren, Geschlecht ist nicht frei wählbar; Herr Barley und Frau Seehofer sind leider gerade nicht da.
Familienministerin Giffey geht natürlich noch weiter. Sie will ein eigenes Gesetz zur Anerkennung und Stärkung von geschlechtlicher Vielfalt. So einen Gesetzentwurf gab es im letzten Jahr schon von den Grünen. Darin stand: Es lässt sich gar nicht feststellen, ob jemand ein Mann oder eine Frau ist. Deswegen soll es – kein Witz – flächendeckend und wohnortnah bundesweit Geschlechtsidentitätsberatungsstellen geben – natürlich steuerfinanziert.
Dort können Sie sich dann beraten lassen, was für ein Geschlecht Sie haben wollen – nach dem Motto: Was bin ich, und, wenn ja, wie viele? – Was für ein Irrsinn das alles!
Hinter der Genderideologie steht ein großer linker Irrweg. Sie setzen den Menschen gegenüber der Schöpfung absolut. Sie wollen Gott spielen.
Sie halten alles für machbar, formbar und veränderbar. Natürliche Grenzen akzeptieren Sie nicht, natürliche Unterschiede leugnen Sie.
Ihrem Wahn von Machbarkeit opfern Sie alles. Was Ihnen dabei im Wege ist, wollen Sie zerstören: die angeborene Geschlechtsidentität des Menschen, die Familie, die Tradition, die Kultur.
Wir treten an, um diese Zerstörung gegen Sie alle hier im Haus zu verteidigen.
Deswegen ist die AfD die einzige konservative Kraft in Deutschland.
Vielen Dank.